Spektakuläre Tat

Überfall auf Geldtransporter - Video von Tat veröffentlicht

Maskierte Männer haben es am Freitag auf hohe Beute abgesehen. Wie dreist sie dabei mitten in Berlin vorgehen, zeigt ein Videofilm.

Ein Video soll die Tat der Räuber zeigen

Ein Video soll die Tat der Räuber zeigen

Foto: DAVIDS/Sven Darmer

Berlin. Drei Tage nach dem spektakulären Raubüberfall auf einen Geldtransporter in Berlin fahndet die Kriminalpolizei jetzt nach einem silberfarbenen 2er-BMW. Es gebe Erkenntnisse, dass so ein Auto bei der Tat am Freitagmorgen eine Rolle gespielt haben könnte, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Montag mit. Zeugen, die in der Nähe des Tatorts an der Alexandrinenstraße nahe dem Alexanderplatz waren und etwas beobachtet haben, sollen sich melden.

Zahlreiche andere Hinweise von Zeugen seien bereits eingegangen, sagte ein Polizeisprecher. Zudem zeigt ein zweieinhalb Minuten langes Video, das die Bild-Zeitung veröffentlichte, sehr genau einen Teil des Überfalls. Allen Quellen gehe man intensiv nach, hieß es bei der Polizei.

Auf dem Video ist zu sehen, dass es sich um mindestens fünf Täter handelte. Die maskierten und bewaffneten Männer hatten am Freitagmorgen nahe dem Alexanderplatz den Geldtransporter gestoppt und acht Geldkisten geraubt. Sie gingen allerdings leer aus, weil sie die Beute auf der Flucht wieder verloren.

Überfall auf Geldtransport: So verlief der Tathergang

Der veröffentlichte Videofilm wurde wohl aus einer Wohnung direkt am Ort des Überfalls aufgenommen. Beim Start des Films ist der weiße Geldtransporter bereits von zwei dunklen Wagen eingekeilt. Vier schwarz gekleidete und maskierte Männer brechen mit einer Kettensäge und einem hydraulischen Spreizgerät die beiden Hecktüren des Transporters auf. Ein fünfter Mann hält die im Transporter sitzenden Fahrer mit einer Maschinenpistole in Schach.

Nach 40 Sekunden ist die linke Hecktür teilweise geöffnet. Die Männer zerren zwei größere Metallkisten aus dem Laderaum und werfen sie hinten in ihren Kombi. Einer der Räuber klettert in den Transporter und wirft fünf weitere, kleinere Kisten heraus, die von den anderen eingeladen werden.

Schließlich soll noch eine sehr große Kiste folgen. Sie verklemmt sich in den aufgebrochenen Türen. 90 Sekunden sind inzwischen vergangen, in der Ferne hört man eine Polizeisirene. Einer der Männer greift erneut zum Spreizgerät, um die Hecktür weiter aufzubrechen. Nur zu zweit können sie die schwere Kiste schließlich herausziehen und mit Mühe in ihr Auto laden. Dessen Kofferraum lässt sich nicht mehr schließen. Die Polizeisirene wird immer lauter. Schließlich springen vier Männer in die Autos, der fünfte sichert mit der Waffe noch die Straße.

Der voll beladene Fluchtwagen prescht vor und die große Kiste fällt aus der offenen Heckklappe. Das Auto fährt trotzdem weiter. Der letzte Räuber springt ins zweite Auto, das beschleunigt und dem ersten folgt. Man hört noch die aufheulenden Motoren und die Polizeisirene, der Film endet.

Bei der anschließenden Verfolgungsjagd schießen die Räuber auf das Polizeiauto. Kurz darauf lassen sie in Kreuzberg den voll beladenen Wagen mit den Kisten wegen eines platten Vorderreifens stehen. Sie entkommen mit dem zweiten Auto - müssen aber die gesamte Beute aus sieben Kisten im beschädigten Auto zurücklassen.

Die Ermittlungen werden von einem Kommissariat für Überfälle sowie - wegen der Schüsse auf die Polizisten - einer Mordkommission geführt. Ob die Räuber zu einer der organisierten Banden in Berlin oder einer Gruppierung aus dem Ausland gehören, war zunächst noch völlig unklar.

Seit vielen Jahren verüben verschiedene Täterbanden in Berlin immer wieder spektakuläre Raubtaten. Überfallen wurden etwa ein Pokerturnier in einem Luxushotel, die Uhren- und Schmuckabteilung im Luxuskaufhaus KaDeWe sowie immer mal wieder Geldtransporter und Juweliere.

Aufsehenerregende Einbrüche gab es durch einen langen Tunnel in eine Bank und in das Bode-Museum, wo eine riesige Goldmünze gestohlen wurde. Verurteilt wurden für manche Taten Mitglieder arabischstämmiger Großfamilien, bei anderen Delikten führten die Spuren zu tschetschenischen Banden in Berlin oder nach Osteuropa.

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