Infrastruktur

Jede vierte Brücke in Berlin ist älter als 60 Jahre

Berlin hat zu lange von der Substanz gelebt, sagt StaatssekretärTidow. Ein Problem bei Instandsetzungen sei der Fachkräftemangel.

Die Bösebrücke verbindet Gesundbrunnen mit Prenzlauer Berg

Die Bösebrücke verbindet Gesundbrunnen mit Prenzlauer Berg

Foto: Joerg Krauthoefer

Berlin. Der Berliner Senat steht beim Erhalt der Verkehrsinfrastruktur in der Stadt vor großen Herausforderungen. „Der Investitionsstau ist hoch. Berlin hat viel zu lange von der Substanz gelebt“, sagte Stefan Tidow (Grüne), Staatssekretär der Senatsverkehrsverwaltung am Mittwoch bei der Eröffnung des Berlin-Brandenburger Straßenbautages. So sei von den mehr als 1000 Straßenüberführungen in der Hauptstadt inzwischen jede vierte Brücke älter als 60 Jahre. „Gerade den Brücken gilt daher unser besonderes Augenmerk“, sagte Tidow.

Der Staatssekretär reagierte damit auf einen aktuellen Bericht der Berliner Morgenpost, nach dem allein elf Brücken im Bereich der Stadtautobahn als Sanierungsfälle gelten. Ihr Zustand wird von Experten als „nicht ausreichend“ bewertet. Aufwendige Reparaturen oder Neubautmaßnahmen sind erforderlich. Tidow kündigte „ein Jahrzehnt der Investitionen“ an. Allein in diesem Jahr gibt der Senat 125 Millionen Euro für Instandsetzungen und Neubauten von Brücken aus. Problem bei der Umsetzung der Bauprogramme sei derzeit allerdings nicht das Geld, sondern der Mangel an Fachkräften, sagte Tidow.

Auch Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) kündigte mehr Investitionen an. Der Etat für Unterhalt und den Neubau von Straßen im Land liege mit 482 Millionen Euro gut 80 Millionen Euro über den Mitteln im Jahr 2016. Um das Geld auch tatsächlich verbauen zu können, soll der Landesbetrieb Straßenwesen rund 300 zusätzliche Mitarbeiter bekommen.