Mietpreise

Kommunale Mieten in Berlin steigen nur um 1,9 Prozent

Die Berliner Wohnungsbaugesellschaften unterstützen sozialverträgliche Mieten. Die Wartezeiten für eine Wohnung sind jedoch lang.

Bis 2021 sollen 30.000 neue Wohnungen von den landeseigenen Gesellschaften gebaut werden

Bis 2021 sollen 30.000 neue Wohnungen von den landeseigenen Gesellschaften gebaut werden

Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa

Berlin. Wer eine haben will, muss lange warten, wer eine hat, kann sich freuen: Mieter, die in einer der Wohnungen der städtischen Wohnungsbaugesellschaften leben, mussten 2017 im Durchschnitt nur 1,9 Prozent mehr für ihre Miete zahlen. Damit halten die landeseigenen Unternehmen die Vorgaben ein, die sie mit der Anstalt öffentlichen Rechts Wohnraumversorgung Berlin (WVB) im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung im ­April 2017 geschlossen haben und die einen Beitrag zu sozialverträglichen Mieten in Berlin leisten soll.

Einer ersten Bilanz der WVB zufolge stieg die durchschnittliche Kaltmiete im Mieterbestand von 5,80 Euro pro Quadratmeter (2016) auf 5,91 Euro pro Quadratmeter (2017). Sie lag damit 8,7 Prozent unter der vergleichbaren Mietspiegelmiete von 6,47 Euro je Quadratmeter. Die durchschnittliche Miete bei Wiedervermietung stieg um 9,9 Prozent von 6,45 Euro auf 7,09 Euro pro Quadratmeter. Auch sie liegt so deutlich unter dem marktüblichen Preis von 10,15 Euro.

„Die Wohnungsbaugesellschaften leisten einen erheblichen Beitrag zur Dämpfung der Mieten“, sagte Bausenatorin Katrin Lompscher (Linke). „Und das, obwohl sie auch einen Balanceakt bestreiten: Denn für die Investitionen müssen sie auch mehr Geld durch Mieterhöhungen einnehmen.“

Bis zu 20 Interessenten kommen auf eine Wohnung

Der Ansturm auf die günstigen Wohnungen der städtischen Gesellschaften ist dabei weiter groß. Ingo Malter, Chef von Stadt und Land, sagte am Mittwoch, dass auf eine Wohnung bis zu 20 Interessenten kämen. Problematisch sei die geringe Fluktuation. Viele Mieter blieben lange in ihren Wohnungen, zögen nicht aus. Auch deshalb sei der Neubau wichtig.

Dabei allerdings hinken die Gesellschaften weiter hinterher. Der Senat hatte den Gesellschaften 19 Grundstücke übertragen, auf denen rund 2500 Wohnungen entstehen sollen. Bis 2021 sollen die landeseigenen Gesellschaften insgesamt 30.000 Wohnungen bauen. 2017 konnten dem Bericht zufolge aber nur 3011 Neubauwohnungen bezogen werden, 5042 seien im Bau gewesen. Zuletzt waren deshalb aus den Reihen der Opposition Rufe laut geworden, auch den Baugenossenschaften mehr Grundstücke zur Verfügung zu stellen, jüngst forderte etwa die FDP-Fraktion, dass Bauland zum Verkehrswert an die Genossenschaften veräußert werden solle.

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