Energieunternehmen

Gasag streicht bis zu 300 Stellen in der Region

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Dominik Bath/dpa
Der Hauptsitz der Berliner Gasag

Der Hauptsitz der Berliner Gasag

Foto: pa

Die Stellenstreichungen sind auch eine Reaktion auf den gestiegenen Wettbewerbsdruck innerhalb der Energiebranche.

Berlin. Bei der Gasag könnte in den nächsten Jahren bis zu jede sechste Stelle wegfallen. „Die Gasag-Gruppe möchte ihre Strukturen in Berlin und Brandenburg verändern und plant zudem eine Verbesserung ihrer Wettbewerbsfähigkeit“, sagte eine Sprecherin am Montag. Hintergrund sei eine Neuausrichtung bei einzelnen Projekten in den Bereichen Vertrieb, Netzausbau und Energiedienstleistungen, so die Sprecherin weiter.

Nähere Angaben dazu machte sie nicht. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung über den Stellenabbau berichtet. 250 bis 300 Arbeitsplätze sind betroffen, betriebsbedingte Kündigungen soll es nicht geben. Den Mitarbeitern würden Abfindungen und Altersteilzeit-Lösungen angeboten, 2026 werde der Stellenabbau voraussichtlich abgeschlossen sein, hieß es. Die Gasag sei dazu bereits mit betroffenen Beschäftigten im Gespräch, hieß es.

Steigender Wettbewerbsdruck

Die Stellenstreichungen sind auch eine Reaktion auf den gestiegenen Wettbewerbsdruck innerhalb der Energiebranche. Die Gasag hatte 2017 im Vergleich zum vorherigen Geschäftsjahr vier Prozent weniger Gas verkauft. Finanzvorstand Michael Kamsteeg hatte bei der Vorstellung der Bilanz Ende April eingeräumt, dass die Gasag einige Großkunden verloren habe.

Der Preisdruck sei so stark, dass sich das Geschäft in einigen Fällen nicht mehr gerechnet habe. Gleichzeitig muss die Gasag die Mammut-Themen Digitalisierung und Energiewende bewältigen. Der neue Vorstandsvorsitzende Gerhard Holtmeier, der im Frühjahr dieses Jahres die Aufgabe von Vera Gäde-Butzlaff übernommen hatte, soll dabei die Richtung vorgeben. Im April hatte er zunächst angekündigt, dass die Gasag in den nächsten drei Jahren 400 Millionen Euro investieren werde, etwa um das Vertriebsgeschäft und die Energiedienstleistungen auszubauen.

Die einst städtische und in den 90er-Jahren privatisierte Gasag verkauft Gas und Strom und betreibt Gasnetze in Berlin und Brandenburg. Eigentümer des Unternehmens mit rund 1800 Beschäftigten sind die Energieunternehmen Eon, Vattenfall und Engie. Das Land Berlin möchte das Gasnetz wieder verstaatlichen, der Fall liegt derzeit aber bei Gericht.

( ba/dpa )