Verkehr

BVG geht seit Montag gegen Falschparker vor

Die Mitarbeiter verteilen Zettel an Falschparker und erstatten Anzeige bei der Polizei.

Der Betriebshof Müllerstraße im Wedding ist zu sehen.

Der Betriebshof Müllerstraße im Wedding ist zu sehen.

Foto: dpa

Berlin. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) gehen seit Montag verstärkt gegen Falschparker auf Busspuren, an Haltestellen oder im Bereich von Straßenbahnschienen vor. Die etwa 40 Busspur-Betreuer und Verkehrsmeister haben auch bislang schon im Stadtgebiet kontrolliert und bei Vergehen den Abschleppdienst gerufen. Neu ist, dass die BVG-Mitarbeiter Anzeigen bei der Polizei aufgeben. Falschparker müssen dann mit Post von der Bußgeldstelle rechnen. Zudem weist ein Zettel auf die Ordnungswidrigkeit hin. „Sie haben Parkplatzprobleme? Fahren Sie doch mal mit uns“, steht auf dem Kärtchen, das Falschparker am Scheibenwischer ihres Fahrzeugs wiederfinden.

Immer wieder behindern falsch abgestellte Autos den BVG-Busverkehr. Das Problem nehme zu, sagte ein Sprecher des Landesunternehmens am Montag. Allein 2017 seien 8700 Behinderungen des Busverkehrs durch falsch abgestellte Autos festgestellt worden. Für Fahrgäste sind die Falschparker doppelt ärgerlich: Stehen Autos auf der Busspur, dauert mitunter die Fahrtzeit länger als nötig. Blockieren Fahrzeuge sogar eine Haltestelle, muss ein Bus auf der Fahrbahn halten, was das Einsteigen beschwerlich macht. Für die BVG sind Verspätungen teuer: Erreichen die Verkehrsbetriebe bei der Pünktlichkeit nicht die Vorgaben des Senats, verringert die Politik die Höhe ihrer Zuschüsse.

BVG-Mitarbeiter sollen bald auch abschleppen dürfen

Das neue Vorgehen gegen Falschparker ist Teil des Beschleunigungsprogramms der BVG und Senatsverwaltung für Verkehr. Bis Ende des Jahres soll der Landesbetrieb zudem auch selbst den Weg frei für Bus und Straßenbahnen machen können. BVG-Mitarbeiter sollen dann abschleppen oder Autos umsetzen dürfen. Ermöglicht hatte die Zusatz-Aufgabe eine Formulierung im neuen Mobilitätsgesetz. Bislang mussten die Mitarbeiter stets den Umweg über die Polizei gehen. Das dauerte häufig zu lange. Der eigene Abschleppdienst soll dazu führen, dass Spuren und Gleise schnell wieder befahrbar werden. Die BVG plant, für die neue Aufgabe acht Abschleppwagen anzuschaffen. Derzeit seien die nötigen Mitarbeiter dazu in Schulungen, so ein Sprecher.

Dass Verkehrsbetriebe selbst zu Abschleppunternehmen werden, ist allerdings keine Berliner Erfindung: Der Potsdamer Verkehrsbetrieb ViP etwa darf schon seit 2013 Fahrzeuge, die den Straßenbahnverkehr behindern, abschleppen lassen. In der Landeshauptstadt Brandenburgs hat das Verfahren offenbar Wirkung gezeigt: Straßenbahngleise werden dort inzwischen seltener zugeparkt als früher.

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.