Beschäftigungswachstum

Job-Boom: Berlin auch 2019 vorn

Prognose der Arbeitsagentur: Die Hauptstadt wird beim Beschäftigungswachstum bundesweit an der Spitze liegen.

ILLUSTRATION: Ein Mann telefoniert am 28.10.2013 an seinem Schreibtisch in einem Büro in Berlin, während er gleichzeitig seine Emails auf dem Handy checkt.

ILLUSTRATION: Ein Mann telefoniert am 28.10.2013 an seinem Schreibtisch in einem Büro in Berlin, während er gleichzeitig seine Emails auf dem Handy checkt.

Foto: Monique Wüstenhagen / picture alliance / dpa Themendie

Berlin. Der Job-Boom in Berlin geht auch im kommenden Jahr weiter: Die Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze in der deutschen Hauptstadt wird 2019 voraussichtlich um drei Prozent zulegen. Das geht aus neuen Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Nach Angaben der Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit liegt Berlin im kommenden Jahr damit erneut an der Spitze beim Beschäftigungswachstum im bundesweiten Vergleich. Nach Deutschlands größter Stadt folgen Hamburg und Bayern mit einem Job-Plus von jeweils zwei Prozent. Schlusslicht ist Sachsen-Anhalt mit einer Wachstumsrate von 0,9 Prozent. Im bundesweiten Durchschnitt soll die Anzahl der Jobs um 1,8 Prozent zulegen.

Laut IAB-Berechnung würden 2019 in Berlin mehr als 45.000 neue Jobs dazukommen. Dann gebe es in der deutschen Hauptstadt rund 1,5 Millionen sozialversicherungspflichtige Beschäftigte. Damit setze sich die positive Tendenz bei der Beschäftigungsentwicklung weiter ungebrochen fort, so Bernd Becking, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit. „Das ist besonders erfreulich, da der Arbeitsmarkt in der Hauptstadt viele Jahre nach der deutschen Einheit von harten Umstrukturierungsprozessen in der Wirtschaft betroffen war, was eine hohe Arbeitslosigkeit zur Folge hatte. Jetzt kann man durchaus von einem Beschäftigungsboom in Berlin sprechen“, erklärte er.

Dienstleistungsbranche stellte verstärkt ein

In den vergangenen Jahren waren in Berlin rund 165.000 neue Arbeitsplätze entstanden. Vor allem die Dienstleistungsbranche stellte verstärkt ein. Wachstumsbranchen sind auch Information und Kommunikation, Gesundheit und Soziales, Erziehung und Schule sowie Handel. Berlin profitiert dabei auch vom Zuzug aus anderen Bundesländern und aus dem Ausland. Vor allem junge, digitalaffine Firmen ziehen verstärkt Fachkräfte an.

Das Plus bei den Beschäftigten fällt auch deswegen so groß aus, weil die Wirtschaft Berlins bereits seit 2014 stärker als im Rest des Landes wächst. „Das senkt die Arbeitslosigkeit, und das treibt die Beschäftigung: viele neue Aufträge, viele neue Mitarbeiter. Personal wird in fast allen Bereichen gesucht, die Nachfrage ist hoch“, sagte Becking. Die gute Konjunktur eröffne auch denjenigen neue Möglichkeiten, die bisher am Arbeitsmarkt geringere Chancen hatten, so der Regionalchef der Arbeitsagentur. Zuletzt waren im September 152.555 Berliner ohne Job, 12.803 weniger als im September 2017. Analysten der Investitionsbank Berlin (IBB) hatten zuletzt allerdings erste Wolken am Konjunkturhimmel prognostiziert: Die Statistiker gehen davon aus, dass das Wirtschaftswachstum der Stadt seinen Höhepunkt erreicht hat.

Mehr zum Thema:

15.300 neue Jobs in Brandenburg

Arbeitslosenquote in Berlin steigt leicht auf 8,2 Prozent an