Wohnen

Berliner Polizei räumt besetztes Haus in Moabit

Mehrere Menschen wurden nach Polizeiangaben aus dem Gebäude in der Berlichingenstraße 12 geholt.

Polizeikräfte vor einem besetzten Haus in der Berlichingenstraße in Berlin.

Polizeikräfte vor einem besetzten Haus in der Berlichingenstraße in Berlin.

Foto: dpa

Berlin. Polizisten haben am Samstagabend ein besetztes Haus in Berlin-Moabit geräumt. Mehrere Menschen wurden nach Polizeiangaben aus dem Gebäude in der Berlichingenstraße 12 geholt. Eine genaue Zahl nannte ein Sprecher nicht. Der Einsatz sei weitgehend störungsfrei verlaufen, sagte er.

Mehrere Dutzend Sympathisanten hatten sich vor dem derzeit ungenutzten Haus versammelt. Sie skandierten Parolen gegen Mietwucher, Leerstand und gegen die Polizei. Die Besetzer wurden offenbar durch einen Hintereingang nach draußen gebracht. Im Anschluss sollten sie erkennungsdienstlich behandelt werden und, wenn nichts gegen sie vorliege, auf freien Fuß gesetzt werden, sagte der Polizeisprecher. Für den Einsatz war die Straße gesperrt worden.

Die Polizei war wegen der Aktionen in der Hausbesetzer-Szene am Samstagnachmittag mit circa 180 Einsatzkräften ausgerückt. Auch in der Skalitzer Straße 106 in Kreuzberg waren Aktivisten in Aktion. Die Polizei ging davon aus, dass sich auch dort Menschen in derzeit ungenutzten Räumlichkeiten aufhalten.

Für dieses Gebäude konnte aber offenbar noch kein Eigentümer ausgemacht werden. Dagegen hatte der Eigentümer oder ein Bevollmächtigter für das Gebäude in Moabit die Polizei ersucht, zu räumen.

In Kreuzberg demonstriert die Initiative #Besetzen nach eigenen Angaben gegen die Umfunktionierung leerstehender Räume zu Ferienwohnungen. In Moabit solidarisiert sich das Bündnis mit 33 Männern, denen der Besitzer zuvor gekündigt haben soll. „Wir wollen nicht weiter zusehen, wie Menschen auf der Straße oder in Unterkünften in furchtbaren Verhältnissen leben müssen, während weiterhin Häuser leer stehen“, hieß es in einer Mitteilung auf der Webseite der Initiative.

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