Bevölkerung

Studie: Berlin wächst bis 2045 auf vier Millionen Einwohner

Bereits 2030 soll Berlin 3,9 Millionen Einwohner haben. Das dürfte auch das Wirtschaftswachstum treiben.

Die Nachtaufnahme zeigt den Berliner Dom (l-r), das Nikolaiviertel mit dem Roten Rathaus und dem Fernsehturm in Berlin.

Die Nachtaufnahme zeigt den Berliner Dom (l-r), das Nikolaiviertel mit dem Roten Rathaus und dem Fernsehturm in Berlin.

Foto: dpa

Berlin. Die Zahl der Einwohner in Berlin wird weiter steigen, aber nicht mehr so schnell wie in den vergangenen Jahren. Bis zum Jahr 2045 wird die Einwohnerzahl von derzeit knapp 3,7 Millionen auf rund vier Millionen wachsen. Das geht aus einer Studie des Wirtschaftsforschungs- und Beratungsunternehmens Prognos hervor.

Demnach erwarten die Experten den größten Zuwachs bis zum Jahr 2030. Dann soll Berlin knapp 3,9 Millionen Einwohner haben. Käme es so, würde sich das Wachstum der Stadt verlangsamen: Im vergangenen Jahr überstiegen die Zuzüge von Neu-Berlinern die Fortzüge um rund 40.000 Menschen pro Jahr. Den Zahlen der Studie zufolge würde das Wachstum künftig bei durchschnittlich 25.000 Menschen jährlich liegen. Auch die Zahlen des Statistischen Landesamtes von dieser Woche stützen diese Entwicklungsprognose. Danach waren im ersten Halbjahr 2018 insgesamt 12.000 Menschen nach Berlin gekommen.

Mit ihrer Prognose liegen die Autoren der Studie am oberen Rand der Szenarien, die der Berliner Senat für die Zeit bis 2030 entworfen hat. Die Forscher sehen auch positive Effekte durch den Zuzug in die Hauptstadt. Der Zustrom der Neubürger treibt der Studie zufolge nämlich auch weiter das Wirtschaftswachstum in Berlin an. Die Forscher rechnen damit, dass das Bruttoinlandsprodukt jährlich um 1,5 Prozent zulegt – etwas stärker als im Bundesdurchschnitt, aber leicht weniger als in den süddeutschen Bundesländern. Ein weiterer positiver Effekt: Bis 2030 werde die Arbeitslosenquote auf 7,1 Prozent gesunken sein, heißt es. 2017 waren es neun Prozent.

Die negative Seite des Wachstums macht sich jedoch schon heute bemerkbar. Immer seltener finden Berliner mit geringen und auch mittleren Einkommen eine bezahlbare Wohnung. Die Berliner CDU schlägt deshalb eine neue Subvention für Mieter vor, die über das bestehende Wohngeld für Geringverdiener und angestrebte Reformen durch den rot-rot-grünen Senat hinausgeht. Bis zu fünf Euro Förderung je Quadratmeter sollen jene Berliner erhalten, die Einkommen von bis zu 1800 Euro brutto monatlich beziehen und in einer Wohnung leben, deren Nettokaltmiete zwischen acht und 13 Euro pro Quadratmeter liegt. Das will die Union auf ihrem Landesparteitag am kommenden Sonnabend beschließen. Im Interview mit der Berliner Morgenpost sagte CDU-Fraktionschef Burkard Dregger, dass etwa Polizisten und Friseurinnen von dem Programm profitieren könnten.

Die Pläne des rot-rot-grünen Senats sehen vor, dass auch Menschen mit einem Einkommen von bis zu 1800 Euro einen Wohnberechtigungsschein (WBS) beantragen können. Der Senat beschränkte die Möglichkeit jedoch auf Sozialwohnungen. Die CDU will die Förderung auf alle Wohnungen in der Stadt, die die genannten Kriterien erfüllen, ausdehnen.

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