Berlin

Gewobag und WBM kaufen in Neukölln insgesamt 913 Wohnungen

Den kommunalen Unternehmen gehören jetzt zwei Siedlungen in Neukölln im Goldhähnchenweg und um die Kestenzeile

Bausenatorin Katrin Lompscher, (SPD)

Bausenatorin Katrin Lompscher, (SPD)

Foto: Amin Akhtar

Berlin. Die rot-rot-grüne Koalition ist ihrem Ziel, den Bestand an kommunalen Wohnungen bis zum Jahr 2025 durch Neubau und Ankauf von derzeit 300.000 auf mindestens 400.000 Wohnungen erhöhen, in dieser Woche ein Stückchen näher gekommen. Wie Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) am Donnerstag mitteilte, habe ein Konsortium landeseigener Wohnungsbaugesellschaften insgesamt 913 Wohneinheiten mit 122 Tiefgaragen- und 125 Außenstellplätzen in Neukölln erworben. Zum Kaufpreis wurde „Stillschweigen vereinbart“.

„Die sechs landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften sind in Berlin die wichtigsten Partner des Senats bei der Schaffung, aber auch bei der Sicherung von leistbarem Wohnraum“, sagte die Senatorin. Mit dem Ankauf der beiden Wohnanlagen im Bezirk Neukölln durch die WBM und die Gewobag sei der Senat diesem Ziel ein gutes Stück näher gekommen. „Von der Rekommunalisierung profitieren dabei nicht nur die Bewohner, die im landeseigenen Bestand günstigeren Mieten wirken sich auch insgesamt dämpfend auf die Berliner Mietenentwicklung aus“, sagte Lompscher weiter. Der eingeschlagenen Weg „aus Neubau, Ankauf und Nutzung des Vorkaufsrechts zugunsten städtischer Wohnungsbaugesellschaften“ werde deshalb auch künftig konsequent weiterverfolgt, kündigte sie an. In dieser Legislaturperiode, also bis 2021, haben SPD, Linke und Grüne mindestens 55.000 zusätzliche landeseigene Wohnungen verabredet, davon sollen mindestens 30.000 Neubauwohnungen sein, 25.000 können angekauft werden.

294.724 Wohnungen im Landeseigentum

Ende 2016 gab es nach Angaben der landeseigenen Investitionsbank IBB insgesamt 1.626.500 Mietwohnungen in der Stadt. Ein Großteil dieses Bestandes, 1.144.643 Wohnungen, befand sich in der Hand privater Eigentümer, 294.724 im Eigentum der sechs städtischen Wohnungsbaugesellschaften. Dies entspricht einem Marktanteil von rund 18 Prozent. Rund zwölf Prozent der Mietwohnungen wurden 2016 von Genossenschaften gehalten.

Ab Januar 2019 wird nun die in den 70er-Jahren errichtete Wohnanlage im Goldhähnchenweg mit 485 Wohnungen in den Bestand der Gewobag übergehen. Die WBM übernimmt aus dem Ankaufspaket 428 Wohneinheiten um die Kestenzeile. „Mit der Wohnanlage im Goldhähnchenweg erhöhen wir unseren Bestand in Neukölln auf etwa 4000 Wohnungen, in denen wir auch in Zukunft preisgünstige Mieten für alle Bevölkerungsschichten gewährleisten“, sagte Markus Terboven, Vorstandsmitglied der Gewobag. „Die WBM erweitert mit dem Ankauf nicht nur strategisch unser Portfolio von aktuell rund 30.000 Mieteinheiten“, sagte Christina Geib, Chefin der WBM. „Im gleichen Zuge sichern wir bezahlbaren Wohnraum und lebenswerte Quartiere für viele Berliner.“

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