Flughafen Tegel

Brief des Flughafen-Chefs erzürnt die BER-Ermittler

BER-Ermittler dürfen den Flughafen Tegel nicht besichtigen. Flughafen-Chef Engelbert Lütke Daldrup verteidigt seine Argumentation.

Flughafenchef  Engelbert Lütke Daldrup

Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup

Foto: Reto Klar

Berlin. Im Streit um einen Besuch des Flughafens Tegel durch den BER-Untersuchungsausschuss verärgert ein neuer Brief von Flughafen-Chef Engelbert Lütke Daldrup die Abgeordneten. Darin verteidigt Lütke Daldrup seine Argumentation, eine offizielle TXL-Besichtigung durch die BER-Ermittler nicht möglich sei. Der Vorwurf, er verwehre dem Ausschuss eine Besichtigung des City-Airports, sei jedoch „völlig falsch“.

Die Abgeordneten wollen sich einen Eindruck von der Auslastung in TXL verschaffen, um zu klären, ob Tegel bei Kapazitätsengpässen am BER möglicherweise Abhilfe schaffen könnte. So ist es im Untersuchungsauftrag des Ausschusses unter Punkt 3C formuliert. Lütke Daldrup sieht das weiterhin anders und erteilte dem Wunsch zuletzt eine Absage – weil im Fokus der Ausschussermittlungen der BER stehe, nicht Tegel. Die Mitglieder könnten, so heißt es auch in seinem neuesten Brief, als einfache Abgeordnete den Flughafen besuchen.

Die Fronten sind verhärtet

Die BER-Ermittler reagierten mit Unverständnis, die Fronten sind verhärtet. „Ich kann seinen Brief nicht nachvollziehen“, sagte SPD-Obmann Jörg Stroedter. „Die Begründung ist nicht zielführend. Unser Untersuchungsauftrag umfasst Tegel, daran wird er nichts ändern.“

Deutlicher wird Christian Gräff (CDU). Dem Flughafen-Chef stünde es nicht zu, den Untersuchungsauftrag zu interpretieren. „Wenn er so weitermacht, könnte es für ihn als Geschäftsführer schon bald sehr eng werden“, sagt er.

Und FDP-Fraktionschef Sebastian Czaja erklärt zu dem jüngsten Brief: „Herr Lütke Daldrup ist angezählt. Er scheint immer noch nicht zu verstehen, wer sein Arbeitgeber ist.“ Bleibe er bei seiner Verweigerungshaltung, müsse der Ausschuss prüfen, inwiefern Lütke Daldrup sanktioniert werden könne. „Sollte er nicht beidrehen, werden wir uns an den Aufsichtsrat wenden“, so Czaja.

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