Hundeverordnung

Neue Verordnung: Das müssen Berliner Hundebesitzer wissen

Die neue Hundeverordnung regelt, wer sein Tier auch ohne Leine laufen lassen darf. Ein Hundeführerschein wird in vielen Fällen Pflicht.

Border Collie Mumpitz ist in Prenzlauer Berg unterwegs (Archivbild)

Border Collie Mumpitz ist in Prenzlauer Berg unterwegs (Archivbild)

Foto: Maurizio Gambarini

Berlin. Soviel ist sicher: Auf dem Alexanderplatz oder auf dem Kurfürstendamm werden Hunde wohl nie ohne Leine laufen dürfen. Ansonsten gibt es etliche Ausnahmen, was die Leinenpflicht angeht. Sie wurden jetzt in einer Verordnung neu geregelt, die am 1. Januar 2019 in Kraft tritt. Von diesem Zeitpunkt an wird die Leinenpflicht, so wie sie bereits im Hundegesetz vom 22. Juli 2016 festgelegt wurde, in die Praxis umgesetzt.

In Berlin sind etwa 104.000 Hunde gemeldet, nach Angaben der Tierschutzbeauftragten Diana Plange ist die Zahl der Tiere aber wesentlich höher. Im Berliner Hundegesetz ist festgelegt, dass die Vierbeiner im gesamten Stadtgebiet an der Leine geführt werden müssen. Ausgenommen sind Hundeauslaufgebiete und -freiflächen. Neu ist, dass in bestimmten Fällen keine Leinenpflicht mehr auf unbelebten Straßen und Plätzen sowie auf Brachflächen gilt.

In der Verordnung werden nun die Ausnahmefälle geregelt. Wer darf seinen Hund auch in ruhigen Gassen und auf leeren Plätzen ohne Leine ausführen? Dazu gehört unter anderem, wer seinen Hund schon vor dem 22. Juli 2016 gehalten hat. „Diese Hundehalter sind von der allgemeinen Leinenpflicht ausgenommen“, sagt Torsten Nöldner, Leiter der AG Veterinärwesen in der Senatsjustizverwaltung. Als Nachweis reiche eine Haftpflichtpolice, der Steuerbescheid oder ein Eintrag im Heimtierausweis. Nach Schätzungen der Verwaltung sind davon etwa 80 Prozent der derzeit gemeldeten Hunde betroffen.

Wer ohne Leine unterwegs sein will, braucht einen Hundeführerschein

Wer sich nach diesem Datum einen Hund angeschafft hat und mit dem Tier gern in unbelebten Gegenden ohne Leine unterwegs sein will, der muss einen Hundeführerschein machen. Der ist freiwillig, aber Voraussetzung dafür, dass man kein Bußgeld zahlen muss, sollten Mitarbeiter des Ordnungsamt die Leinenpflicht kontrollieren. Die sogenannte Sachkundigenbescheinigung können die Tierhalter zum Beispiel bei Hundetrainern in Hundeschulen machen. Die Prüfung besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. In der Theorieprüfung geht es um rechtliche Fragen, aber auch um die Haltung, das Futter, Verhalten und Auslauf. „Worin unterscheiden sich Hunderassen?“, „Welche Hunde jagen?“ – sind zwei von 30 Fragen aus dem Prüfungskatalog. „In der praktischen Prüfung ist es wichtig, zu zeigen, dass man den Hund sicher führen kann“, sagt Torsten Nöldner. Wurde der Hundeführerschein bestanden, darf der Halter das Tier nach eigenem Ermessen in ruhigem Gelände ohne Leine laufen lassen.

Noch ist unklar, wie viel die Prüfung für den Hundeführerschein kosten soll. Die Höhe könne die Senatsjustizverwaltung nicht festlegen, sagt Nöldner. Als Richtwert gibt er 20 Euro für die mündliche Prüfung an und für den praktischen Teil zwischen 40 und 50 Euro. Die genauen Kosten müssten die Bezirke, die auch die Umsetzung kontrollieren, mit den Prüfern festlegen. Eine soziale Staffelung der Gebühr werde es nicht geben, so Nöldner. Schließlich sei der Hundeführerschein nicht verpflichtend sondern nur die Voraussetzung, um den Hund auch außerhalb von Auslaufgebieten ohne Leine laufen zu lassen. „Ich bin froh, dass jetzt Klarheit geschaffen wurde“, kommentiert Tierschutzbeauftragte Diana Plange die neue Verordnung.