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Polizei zufrieden mit eigener Arbeit bei Erdogan-Besuch

Der Besuch des türkischen Staatspräsidenten Erdogan ist in Berlin ohne große Zwischenfälle zu Ende gegangen. Die Polizei zeigte sich zufrieden. Die Gewerkschaft der Polizei will allerdings Verstöße gegen das Arbeitsrecht prüfen.

Polizeibeamte an einer Kontrollstelle unweit des Kanzleramtes während Erdogans Besuch in Berlin.

Polizeibeamte an einer Kontrollstelle unweit des Kanzleramtes während Erdogans Besuch in Berlin.

Foto: dpa

Berlin. Die Hauptstadt-Polizei hat den Staatsbesuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan nach eigener Aussage bestens bewältigt. Der Einsatz habe die "hervorragende Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern unter Beweis gestellt", twitterte Polizeipräsidentin Barbara Slowik am Samstag. Gleichzeitig lobte sie das Verständnis der Bevölkerung für weitreichende Absperrungen und Verkehrsbehinderungen während des Besuchs. Die Polizei war mit 4200 Kräften im Einsatz. Darunter waren auch Beamte aus anderen Bundesländern und von der Bundespolizei.

Die Gewerkschaft der Polizei Berlin (GdP) kündigte an, den Einsatz zu überprüfen und gegen etwaige Arbeitsrechtsverstöße vorgehen zu wollen. "In den letzten Tagen haben sich mehrere Polizeibeschäftigte bei mir gemeldet, die mehrfach über zwölf Stunden im Einsatz waren", erklärte der Landesvorsitzende Norbert Cioma am Sonntag. Gleichzeitig dankte er den eingesetzten Polizisten für ihre Arbeit: "Ich bin dankbar für jeden Einzelnen, der sich für die Sicherheit unserer Stadt engagiert und dafür privat zurücksteckt."

Erdogan war seit Donnerstag in Berlin. Nach einem Frühstück mit Bundeskanzlerin Merkel am Samstag wurde der Präsident zum Flughafen Tegel geleitet, von wo aus er nach Köln flog. Dort eröffnete er die Ditib-Zentralmoschee.

Der Besuch Erdogans in Berlin war von Protesten begleitet worden. Am Freitagnachmittag nahmen nach Polizeiangaben mehrere Tausend Menschen an der Demonstration "Erdogan not welcome" teil. Ihr Protest richtete sich gegen die Politik von Erdogan. Der Polizei zufolge blieb es überwiegend friedlich. Es habe acht Festnahmen gegeben, unter anderem wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz, sagte eine Polizeisprecherin.

Zwei für Samstag geplante Demonstrationen wurden nach Polizeiangaben von den Veranstaltern abgesagt. Am Samstagnachmittag entspannte sich die Lage auf den Straßen der Hauptstadt. Der Verkehr im Regierungsviertel rollte wieder an. Die Sperrungen am Flughafen Tegel und rund um das Luxushotel Adlon wurden aufgehoben.