Seenotrettung

Ein Stück Berlin auf hoher See

Ein Rettungsboot in der Ostsee erhält neue Schilder mit dem Namen der Hauptstadt - vom Lions-Club Intercotinental.

Endlich gut sichtbar: die Besatzung des Seenotrettungskreuzers „Berlin“ vor dem neuen Namensschild

Endlich gut sichtbar: die Besatzung des Seenotrettungskreuzers „Berlin“ vor dem neuen Namensschild

Foto: DGzRS

Die Seenotretter auf der Ostsee sind seit Jahrzehnten unter dem Namen „Berlin“ im Einsatz. Der an der Kieler Förde in Laboe stationierte Rettungskreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) wurde Anfang vergangenen Jahres durch einen modernen Neubau ersetzt - ausschließlich ermöglicht durch private Spenden. Mehr als 13.000 Berliner sind aktive Fördermitglieder der Seenotretter und rund 400 rot-weiße Sammelschiffchen haben ihren „Liegeplatz“ in Berliner Restaurants und Kneipen. Mit 4000 PS und einer Geschwindigkeit von 24 Knoten (ca. 45 km/h) ist der neue Seenotrettungskreuzer der 28-Meter-Klasse bestens gerüstet für den Einsatz in der rauen See, nur die neuen Namensschilder für das Schiff waren viel zu klein ausgefallen.

„Die Besatzung war bei der Taufe ein wenig enttäuscht und natürlich wollen wir, dass auch die neue ,Berlin‘ nicht unerkannt im Einsatz ist“, sagt Klaus-Dieter Heinken, Activity-Beauftragter vom Lions-Club Berlin-Intercontinental, der auch Mitglied des Beschlussfassenden Gremiums der Seenotretter ist. Dem Lions Club Intercontinental, der die Seenotretter seit vielen Jahren unterstützt, gehören auch der ehemalige langjährige Direktor des Hotel Intercontinental, Willy Weiland und sein damaliger Küchenchef vom Sterne-Restaurant „Hugos“, Thomas Kammeier an.

Schnell war der Beschluss gefasst, dem Seenotrettungskreuzer der Station Laboe neue Namensschilder zu spenden. In Größe und Schriftart den Schildern seines Vorgängers entsprechend, wurden sie in Berlin handgefertigt. Millimetergenau vermessen vom Laboer Seenotretter Dirk Göttsch, machte sich die Buckower Firma Boeba Montagen- und Aluminium-Bau GmbH an die Arbeit.

Verbundenheit von Seenotrettern und Berlin

Am vergangenen Freitag montierte die Besatzung der „Berlin“ das neue, nun weithin sichtbare Namensschild. „Wir möchten gerne, dass nicht nur Geldspenden die ,Berlin‘ mit der Stadt verbinden, sondern es soll auch immer ein Stück Berlin mit an Bord sein. Kein Bär oder Wimpel – nein, ein richtiges Stück, massiv, Wind und Wetter trotzend für die nächsten 30 Jahre“, erklärte Lions-Club-Mitglied Klaus-Dieter Heinken bei der Schilderübergabe.

Auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller meldete sich zu Wort: „Die Patenschaft für die ,Berlin‘ ist ein wichtiger Ausdruck der Verbundenheit unserer Stadt. Davon künden auch die zahlreichen aktiven Fördermitglieder der Seenotretter in Berlin. Diese Verbundenheit ist etwas, worauf wir in Berlin sehr stolz sind. Und deshalb haben wir auch allen Grund uns zu freuen, wenn sie öffentlich möglichst sichtbar wird.“

Die Namensschilder der alten „Berlin“ haben einen würdigen Altersruhesitz gefunden: Klaus-Dieter Heinken hatte sie anlässlich der Taufe des Nachfolger-Schiffes Ende 2016 von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger ersteigert und jetzt an das Deutsche Technikmuseum in Kreuzberg übergeben. Dort werden auch weitere Exponate zur 153-jährigen Geschichte der Seenotretter beherbergt.

Mehr zum Thema:

Rettungsschiff „Aquarius“ in maltesischen Hafen eingelaufen

Rettungsschiff „Aquarius“ in maltesischen Hafen eingelaufen

Gutachter bekräftigt Vorwürfe gegen den „Lifeline“-Kapitän

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.