Fußball

Tor und Tränen bei Polter-Comeback: Union auf Rang zwei

Was für ein Comeback! Sieben Monate nach seiner schweren Verletzung versetzt Sebastian Polter den 1. FC Union in einen Ausnahmezustand. Die Eisernen stehen auf Rang zwei, mit dem lange vermissten Stürmer ist die Zuversicht zurück an der Alten Försterei.

Kieler Serra (l) und Wahl (r) versuchen den Angriff der Unioner Prömel (2.v.l.) und Polter (2.v.r) abzuwehren.

Kieler Serra (l) und Wahl (r) versuchen den Angriff der Unioner Prömel (2.v.l.) und Polter (2.v.r) abzuwehren.

Foto: dpa

Berlin. Als Sebastian Polter von seinen Mitspielern und allen Union-Verantwortlichen geherzt wurde, flossen beim 1,93 Meter großen Mittelstürmer die Tränen. "Ich bin ein sehr emotionaler Mensch und nahe am Wasser gebaut, auch wenn man das bei meiner Spielweise vielleicht nicht denkt", sagte der Matchwinner nach seinem Comeback beim 2:0 (0:0) gegen Holstein Kiel, das auch für ihn selbst "wie ein Märchen" war. Nach einem Achillessehnenriss vor sieben Monaten in der 76. Minute eingewechselt, war Polter zunächst an der Entstehung des ersten Tores durch Grischa Prömel (90. Minute) beteiligt. Das zweite (90.+4) erzielte der 27 Jahre alte Angreifer mit einem spektakulären Fallrückzieher selbst.

"Ich habe sieben Monate davon geträumt, dass es genau so ein Comeback gibt", erzählte Polter bei Sky. Bis zu zweimal am Tag hat der Fanliebling in der Reha gearbeitet. "Ich bin froh, dass ich jetzt mit dem Tor und vielleicht auch meiner Präsenz der Mannschaft helfen konnte", sagte der Matchwinner. Deshalb auch der Gefühlsausbruch nach dem Abpriff vor 20 879 Fans: "Es waren Freudentränen, ich musste die Emotionen erst einmal rauslassen. Ich bin stolz auf die Mannschaft, wie sie mich in schwierigen Tagen immer wieder gepusht hat."

Mit dem Super-Endspurt und der Tore-Krönung des wiedergenesenen Polter rückte der 1. FC Union in der 2. Fußball-Bundesliga auf Rang zwei. Der Sieg gegen Kiel nach zuvor drei Remis nacheinander brachte die Eisernen nach der ersten Hälfte des 7. Spieltages mit 13 Zählern hinter Spitzenreiter 1. FC Köln (16) auf einen direkten Aufstiegsplatz. "Es ist wichtig für die Mannschaft, dass wir unser kompaktes Spiel fortsetzen, Tore können wir immer schießen", erklärte Polter.

Am Dienstag an der Alten Försterei war Holstein zunächst das bessere Team, nutzte seine Chancen aber nicht. So verhinderte der Berliner Torwart Rafal Gikiewicz unter anderem gegen den südkoreanischen WM-Teilnehmer Jae-Sung Lee die Kieler Führung. Die engagierten Gastgeber aber steigerten sich und erhöhten den Druck. Und als Polter unter dem Jubel der Berliner Fans kam, wurde dies belohnt.

Saisonübergreifend sind die Berliner nun schon seit neun Spielen ungeschlagen. Zudem ging keines der vergangenen elf Heimspiele (sechs Siege und fünf Remis) verloren.

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