Islamischer Staat

Berliner V-Mann schickt 16-Jährigen zum IS in den Krieg

Im Sommer 2015 organisierte Emanuel P. laut Akten für einen damals 16-Jährigen Flugtickets nach Istanbul und Geld.

Ein V-Mann des Berliner Verfassungsschutzes soll einen Minderjährigen zum IS geschleust haben. Zuerst hat Frontal 21 über den Fall berichtet. Doch auch Akten, die der Berliner Morgenpost vorliegen, nähren den Verdacht. Demnach soll der V-Mann Emanuel P. (Deckname: "Rashid“), der vom Jahr 2013 bis 2015 für den Berliner Verfassungsschutz gearbeitet haben soll, Jugendlichen Geld, Flugtickets und eine Unterkunft besorgt haben. Eine Anfrage zu dem Fall beim Berliner Verfassungsschutz blieb bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe unbeantwortet.

Im Sommer 2015 organisierte Emanuel P. laut Akten für einen damals 16-Jährigen Flugtickets nach Istanbul und Geld. Der 16-Jährige wurde allerdings am Flughafen in der Türkei abgefangen und zurück nach Berlin geschickt. Nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden soll Emanuel P. gemeinsam mit dem 16-Jährigen die Reise geplant haben. Er tauschte etwa Geld in einer Wechselstube am Mehringdamm und verwahrte das Handy des Jugendlichen.

Nach Informationen der Berliner Morgenpost soll Emanuel P. noch im Jahr 2015 vom Verfassungsschutz abgeschaltet worden sein. Die Behörde hatte dem in Baku (Aserbaidschan) geborenen Mann mehrfach deutlich gemacht, dass er sich nicht an Straftaten beteiligen könne.