Einrichtung

Neue Anlaufstelle für obdachlose Familien

In der Lahnstraße in Neukölln wurde am Montag eine Einrichtung für Wohnungslose eröffnet.

Neues Obdachlosenheim für Neukölln

In der Lahnstraße hat eine Unterkunft für 400 Menschen ohne Obdach eröffnet. Auch Familien und Alleinerziehende wurden bedacht.

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Berlin.  Steigende Mieten und Arbeitslosigkeit bedrohen immer häufiger die Existenz von Geringverdienern in Berlin. Gerade für Alleinerziehende ist es oft schwierig, eine günstige Bleibe zu finden, wenn sie längere Zeit keinen Job haben, gleichzeitig vom Arbeitslosengeld für mehrere Kinder aufkommen müssen. Manche Familie landet so auf der Straße. Für sie gibt es nun eine neue Anlaufstelle. In der Lahnstraße in Neukölln wurde am Montag eine Einrichtung für Wohnungslose eröffnet – das Besondere: 22 der 200 Zimmer sind Familienapartments, in denen auf rund 40 Quadratmetern eine Familie mit bis zu fünf Menschen, auf 55 Quadratmetern eine mit bis zu sieben Menschen für den Übergang Platz findet.

„Bei den Familienzimmern handelt es sich eigentlich um kleine Wohnungen mit zwei bis drei Räumen, die über eine eigene Küche und ein Bad verfügen“, sagte Heimleiter Kai-Jörg Wimmert vom Sozialträger Internationaler Bund (IB). „Wir wollen Familien damit einen geschützten Raum und mehr Privatsphäre bieten.“ Üblich ist das nicht: Die anderen Zimmer haben in der Regel nur ein kleines Bad, gekocht wird in Gemeinschaftsküchen. Auch Sozial­senatorin Elke Breitenbach (Linke) lobte den neuen Ansatz. „Es ist wichtig, dass betroffene Kinder nicht den Eindruck bekommen, ein völlig anderes Leben als andere Kinder zu führen, etwa weil sie nicht in derselben Wohnung leben können wie beide Eltern.“

Der IB hatte das Bürogebäude, in dem vor Jahren einmal die Techniker Krankenkasse ihren Sitz hatte, im Mai 2017 von einem anderen Sozialträger übernommen. „Wir entschlossen uns, den Betrieb auszubauen“, so IB-Regionalleiter Michael Pintz. Statt der bisher drei Etagen bietet der IB Wohnungslosen nun auf acht Stockwerken ein Dach über dem Kopf. „Wir mussten viel umbauen“, so Pintz. „Wir haben eine moderne Heizungsanlage installiert, eine zentrale Warmwasserversorgung eingerichtet, den Brandschutz angepasst.“ Insgesamt beliefen sich die Maßnahmen auf 2,7 Millionen Euro.

Derzeit leben 234 Menschen in der Einrichtung, 203 von ihnen sind Männer, nur 31 Frauen. Schon jetzt sind sieben Familien in dem Haus untergekommen mit insgesamt 21 Kindern. Für sie soll es künftig auch Klettergerüste und Spielgeräte geben. „In den kommenden Wochen wird die Belegungszahl auf die vorgesehene Kapazität von 400 Menschen ansteigen“, so Pintz.

Viele der Bewohner bleiben laut IB länger in den möblierten Zimmern. Ziel sei es aber, dass möglichst viele schnell eine neue eigene Wohnung finden. Die Kosten für die Unterbringung übernehmen die Jobcenter, die an den IB Tagessätze überweisen.