Internationalisierung

CDU fordert mehr Auslandsbüros für Berlin

Der CDU-Abgeordnete Christian Gräff sieht Nachholbedarf bei Internationalisierung Berlins. Er kritisierte er die Wirtschaftssenatorin.

Blick über Berlin mit der Oberbaumbrücke im Vordergrund

Blick über Berlin mit der Oberbaumbrücke im Vordergrund

Foto: dpa Picture-Alliance / Robert Schlesinger / picture alliance / Robert Schles

Berlin soll sich verstärkt als internationaler Standort in der Welt positionieren. Der CDU-Abgeordnete Christian Gräff forderte am Donnerstag den Ausbau von Auslandsbüros sowie neue Foren, um den Austausch zwischen internationalen Wirtschaftszonen und der deutschen Hauptstadt zu intensivieren. Gleichzeitig kritisierte er die bisherigen Aktivitäten der zuständigen Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne). „Die Internationalisierungsstrategie von Wirtschaftssenatorin Pop und des Senats besteht aus Ankündigungen“, sagte Gräff der Berliner Morgenpost. Weder den Ausbau von Veranstaltungsformaten, die den internationalen Austausch förderten, noch die Eröffnung neuer Auslandsbüros gehe die Senatorin richtig an, beklagte er.

Hintergrund der Kritik ist die Eröffnung des neuen Delegiertenbüros der deutschen Wirtschaft am Donnerstag in der US-Westküsten-Metropole San Francisco – allerdings ohne Berliner Beteiligung. „Dass Berlin bei der Delegation der Wirtschaft in Kalifornien nicht mitreden kann, ist nicht nachvollziehbar. Nachdem im Doppelhaushalt erhebliche Mittel für die Einrichtung von Auslandsbüros eingestellt wurden, ist bis auf eine symbolische Eröffnung nichts passiert“, kritisierte Gräff.

Pop hatte zuletzt im April in Peking ein neues Berliner Auslandsbüro eröffnet. Doch das neue Büro ist noch nicht arbeitsfähig. Die zwei eingeplanten Stellen sind auch fünf Monate nach der Eröffnung nicht besetzt. Der Auswahlprozess sei noch nicht beendet, sagte eine Sprecherin der Senatsverwaltung auf Anfrage. Es habe aber eine Vielzahl von Bewerbungen gegeben.

Ausbau des Büro-Netzwerks angedacht

Davor hatte Berlin 2016 in London und Istanbul Büros eröffnet. Nach Angaben der Industrie- und Handelskammer (IHK) blieb der Erfolg aber aus. Beide Büros hätten „keine nennenswerten Fördererfolge im Sinne der Berliner Wirtschaft vorweisen“ können, heißt es in einem Positionspapier. In einem Arbeitskreis mit Vertretern der Senatskanzlei, der Wirtschaftsverwaltung, dem Standortvermarkter Berlin Partner und der IHK wird nun aber offenbar über einen Ausbau des Büro-Netzwerks nachgedacht. Es werde derzeit „über die konkrete Ausgestaltung und einen möglichen Standort einer Wirtschaftsrepräsentanz in den USA beraten“, hatte Pop im „Tagesspiegel“ erklärt.

Die Senatsverwaltung verweist darauf, dass die Berliner Wirtschaft erfolgreich sei. Neue Unternehmen entstünden in hohem Tempo. Berlin unterstützte die ansässigen Firmen mit Netzwerken wie „Start Alliance“ oder „Start-up Asia“ beim Knüpfen von internationalen Kontakten. Im Rahmen der Asien-Pazifik-Wochen gebe es zudem die Möglichkeit sich zu vernetzen und deutsch-asiatische Kooperationen zu starten, so eine Sprecherin. CDU-Politiker Gräff hatte am Donnerstag auch für den Ausbau von Veranstaltungen wie den Asien-Pazifik-Wochen plädiert.

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