Spandau

Ortsteilzentrum an der Obstallee soll sich wandeln

Im Spandauer Problemkiez geht der „Stadtumbau West“ voran. Der Vorplatz des Staaken-Centers soll attraktiver werden.

Eine Machbarkeitsstudie soll helfen den Vorplatz des Staaken-Centers umzugestalten

Eine Machbarkeitsstudie soll helfen den Vorplatz des Staaken-Centers umzugestalten

Foto: Jessica Hanack / BM

Spandau. Der Vorplatz des Staaken-Centers ist kein Ort zum Verweilen. Auf dem Boden liegen Kronkorken und Zigarettenstummel. Schon am Vormittag trifft man rund um das Spandauer Einkaufszen­trum Menschen mit Bierflaschen in der Hand, und weil in den vergangenen Jahren Bänke abgebaut wurden, sitzen sie nun auf Treppenstufen oder dem Boden. An diesem Tag ist außerdem die Mobile Polizeiwache hier, sie soll in dem Kiez Heerstraße-Nord das Sicherheitsempfinden der Anwohner stärken.

Doch der Vorplatz und die angrenzende Kreuzung von Obstallee und Magistratsweg sollen sich wandeln. Es ist eine der Maßnahmen, die im Rahmen des Programms „Stadtumbau West“ umgesetzt werden. Im vergangenen Jahr wurde das Quartier Brunsbütteler Damm/Heerstraße in das Programm vom Berliner Senat aufgenommen, Begründung damals: „Dem Stadtteil droht eine problematische Entwicklung der Sozialstruktur sowie der Wohn- und Lebensverhältnisse.“ Der öffentliche Raum sei „von vielen Mängeln geprägt“. Viele Gebäude, auch das Staaken-Center, wurden in den 60er und 70er-Jahren gebaut. Passiert ist seither wenig. Jetzt soll der Platz attraktiver werden. Erster Schritt dafür: eine Machbarkeitsstudie, in die auch Wünsche und Ideen der Anwohner einfließen sollen.

Wunsch nach mehr Sicherheit und mehr Mülleimern

Marlies Uwiss wohnt seit 1975 an der Obstallee und fühlt sich oft unsicher. Abends allein am Staaken-Center entlangzugehen, traue sie sich kaum. „Ich rufe dann immer meinen Mann an, damit er mich von der Bushaltestelle abholt.“ Auch das Angebot an Läden in dem Einkaufszentrum sei früher besser gewesen. Dennoch will sie im Kiez bleiben. Und ist froh, dass nun Verbesserungen gesucht werden. Auch anderen Anwohnern fällt einiges ein, das sie stört. Es sei zu dreckig, zu trist, zu ungepflegt. Aber es gibt auch Ideen, was dagegen unternommen werden kann: Wände könnten mit Street-Art gestaltet werden. Mehr Mülleimer wären gut, außerdem eine bessere Ausleuchtung des Vorplatzes und Spielgeräte für Kinder.

Einer der nächsten Schritte ist nun, mit Eigentümern verschiedener Grundstücke zu sprechen – der Vorplatz des Staaken-Centers gehört etwa zum Einkaufszentrum dazu. „Wir werden die Eigentümer mit ins Boot holen“, sagt Nadine Fehlert vom Büro Jahn, Mack & Partner, das den „Stadtumbau West“ an der Heerstraße betreut. Vorgesehen sei, dass sich die Eigner an den Kosten beteiligen. Bis November sollen dann mehrere Varianten für den Umbau vorliegen und Bürgern vorgestellt werden. Eine Entscheidung soll bis Ende des Jahres fallen, damit 2019 die konkreten Planungen beginnen können und in drei bis vier Jahren alles fertig ist.

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