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Stille Örtchen

So schick sehen Berlins neue City-Toiletten aus

Die Nutzung kostet 50 Cent. Neu ist die Art der Bezahlung: Nicht nur per Münzeinwurf öffnet sich die Tür, sondern auch per App.

Die Nutzung der Toiletten kostet weiterhin 50 Cent

Foto: Paul Zinken / dpa

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Berlins neues stilles Örtchen steht auf einem weißen Podest: Auf dem Molkenmarkt in Mitte zeigt die Firma Wall den Prototyp der künftigen City-Toilette. Noch bis Mittwochabend können Berliner einen Blick in das graue Häuschen werfen. Einzige Einschränkung: Einen Wasseranschluss hat das Testklo nicht.

Auf den ersten Toilettengang müssen Berliner also noch warten. Wall will ab Januar 2019 damit beginnen, alte Häuser ab- und neue aufzubauen. In einigen Bezirken sollen auch neue Standorte dazukommen. Die Anzahl der City-Toiletten in Berlin soll so zunächst auf 280, bis 2021 sogar auf 366 wachsen. Der Großteil davon wird von Wall betrieben und auch gewartet.

Berlins neues, hoch technisiertes Klo soll aber gewissermaßen automatisch für Sauberkeit sorgen. Nach jedem Toilettengang setzt der Reinigungsprozess ein. Im Vergleich zum alten Modell hat die Technik einen Sprung gemacht: Bis ein neuer Nutzer die Toilette betreten kann, soll nur eine Minute vergehen. Zuvor mussten sich Klogänger 30 Sekunden länger gedulden. Allerdings: Das neue City-Toilettenhaus reinigt nicht mehr automatisch den Boden. Die Säuberung des Innenbodens war kein Bestandteil der Ausschreibung durch den Senat. Ilja Seifert, Ehrenpräsident des Allgemeinen Behindertenverbandes in Deutschland (ABiD), hält das für einen Fehler. Ansonsten sei das neue stille Örtchen für Berlin aber „sehr positiv“. Zwei Änderungsvorschläge habe sein Verband allerdings eingebracht: Rückenlehne und Toilettenbecken sollten noch etwas höher angebracht werden. Dann wäre die Benutzung der Toiletten für Rollstuhlfahrer einfacher, so Seifert.

Häuschen sollen werbefrei bleiben

Barrierefreiheit war bei der Ausschreibung ein wichtiges Kriterium. Jedes Klohäuschen wird künftig ebenerdig erreichbar sein. Wall hat die Toiletten zudem als Modulbausatz entwickelt. Standard ist die barrierefreie Anlage, die um Urinale, kleine Toiletten sowie einen Kiosk ergänzt werden kann. Innen ist ein Wickeltisch verbaut. Über einen Schalter können Benutzer im Notfall Hilfe rufen. Robuste Materialien sollen innen und außen vor Vandalismus schützen.

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Das Benutzen der Toilette soll weiter 50 Cent kosten. Neu ist die Art der Bezahlung: Nicht nur per Münzeinwurf öffnet sich die Tür, sondern auch per App. Das Programm navigiert Nutzer auch zum nächsten Klo, zudem können Sauberkeit bewertet und Schäden gemeldet werden.

Berlin hatte den Betrieb der öffentlichen Toiletten neu geordnet. Bisher hatte Wall die Häuschen kostenlos für die Stadt aufgebaut und dafür als Werbefläche vermietet. Jetzt bezahlt Berlin den Toilettenbetreiber. Die Häuschen an sich sollen künftig werbefrei sein, so ein Sprecher der Senatsverwaltung.

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