„Firmengärten Berlin“

Berliner Firmen schaffen Mitarbeitern Rückzugsorte im Grünen

Wo Arbeitnehmer sich wohlfühlen: Die Initiative „Firmengärten Berlin“ zeichnet vier Projekte aus.

Fast wie im Urlaub: David Bruder und Justus Lippke (r.) beim Frühstück im Firmengarten des Juliwerks Berlin

Fast wie im Urlaub: David Bruder und Justus Lippke (r.) beim Frühstück im Firmengarten des Juliwerks Berlin

Foto: Anikka Bauer

Berlin. In Zeiten des zunehmenden Fachkräftemangels sind auch Arbeitgeber gefordert: Sie können beispielsweise ein angenehmes Umfeld schaffen, damit sich die Angestellten wohlfühlen und im besten Falle gern zum Dienst erscheinen. Vier Berliner Unternehmen haben ihren Mitarbeitern Rückzugsorte im Grünen geschaffen.

Diese, drücken wir es mal prosaisch aus, Oasen der Entspannung und Erholung, wurden am Donnerstagabend auf dem ebenfalls grünen Kulturdachgarten des Klunkerkranichs von der Initiative „Firmengärten Berlin“ ausgezeichnet. Im Beisein von Umweltsenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne). Gemeinsam mit Vertretern der Initiative überreichte die Politikerin den vier Gewinnern eine Urkunde – und dazu noch etwas Grünes, nämlich eine Pflanze.

Die Unternehmen mussten sich in drei Auswahlkriterien behaupten: „Gestalterische Qualität“, „Umweltqualität“ und „Soziale Funktionen“. Ziel des Wettbewerbs ist es, Firmen zu motivieren, vorhandene Grünflächen auszunutzen und so zu gestalten, dass sich nicht nur die Mitarbeiter, sondern letztlich die ganze Stadt daran erfreuen können. Wir stellen die vier Siegerprojekte vor.

Es summt und surrt im Park der Malzfabrik

Ein Draußen-Meeting? Auf den 15.000 Quadratmetern Grünfläche des Fabrik-Areals in Schöneberg kein Problem. Auch nach Feierabend – es gibt etwa 90 Mieter der Büroflächen – wird der Park noch gern besucht. Er bietet nicht nur Erholung und unterstützt das Ökosystem. Der Garten dient Insekten und Kleintieren als Refugium. Zwei Wasserbecken mit Seerosen sind auch bei Libellen beliebt. Karoline vom Böckel, Nachhaltigkeitsbeauftragte der Malzfabrik, sagt: „Wir haben einen Arbeitsplatz mit Lebensqualität geschaffen.“ Das wurde mit dem Sonderpreis „biologische Vielfalt“ gewürdigt.

Spazierengehen auf 12.000 Quadratmetern

Bei gutem Wetter können die Mitarbeiter der in Spandau beheimateten Contag AG in der „Relax-Area“ Energie tanken. Oder sich bei einem Spaziergang erholen. Guido Strehl, Assistent des Vorstands, sagt bewusst Spaziergang, schließlich umfasse der Garten 12.000 Quadratmeter. Die Pflege übernehmen die Behindertenwerkstätten der Stephanus Stiftung und eine Gärtnerin. Ausgezeichnet in der Kategorie „Firmenareal“.

Pfeffer und Peperoni

Ein Fleckchen Kalifornien in Berlin – die Stone Brewing GmbH in Mariendorf bietet neben einem Biergarten auch eine Grünfläche zum Entspannen an. Brauerei-Gründer Greg Koch legt auch selbst Hand an und pflanzt Pfeffer, Peperoni oder Tomaten ein. Das Nachhaltigkeitskonzept äußert sich nicht nur in der Gestaltung mit Steinen, Teichen und einem geplanten Bachlauf, sondern auch in dem Verzicht auf chemischen Dünger. Da verwundert es kaum, wenn Mitarbeiter Colin Lenz sagt: „Ich sitz auch mal im Garten statt im Büro.“ Ausgezeichnet in der Kategorie „gewerblich genutzte Freianlage“.

Paradies für Bienen

Nicht nur heimische, sondern auch subtropische Pflanzen werden seit mehr als 20 Jahren im Hinterhof der Metallverarbeitungsfirma Juliwerk Berlin im Gewerbegebiet Naumann-Park in Schöneberg mit viel Liebe großgezogen. In diesem Jahr wurde dazu eine Brache gepachtet, so entstand mithilfe von Freunden und eines Tischlers auf 200 Quadratmetern ein Paradies für Bienen und andere Insekten, und ein Erholungsort für die Mitarbeiter. Nebenbei wurde damit gezeigt, dass ein Gewerbegebiet nicht zwangsweise trist und grau sein muss, sondern auch bunte Akzente gesetzt werden können. Ausgezeichnet in der Kategorie „Firmengarten“.

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