Krebserkrankung

Giftige Dämpfe in Berliner Schießanlagen: Polizist gestorben

Der Berliner Polizist Gerhard M. ist aufgrund von giftigen Dämpfen in maroden Schießanlagen an Krebs erkrankt und gestorben.

Ein Polizist ist aufgrund giftiger Dämpfe an Krebs erkrankt und gestorben

Ein Polizist ist aufgrund giftiger Dämpfe an Krebs erkrankt und gestorben

Foto: Rainer Jensen / dpa

Berlin. Polizist Gerhard M. war Ausbilder in den maroden Berliner Schießanlagen und musste sich dort mehrere Jahre lang giftigen Dämpfen aussetzen. Jetzt ist der Mann tot. Der innenpolitische Sprecher der FDP hat Strafanzeige erstattet.

Gerhard M. war aufgrund der Dämpfe an Krebs erkrankt, berichtete die RBB-"Abendschau". Seine 50.000 Euro Schmerzensgeld für die Pulverdämpfe, die die Beamten wegen der defekten Anlagen einatmen, hat er nicht mehr erhalten. Bis zum 1. Juli waren laut Innenverwaltung 784 Anträge bei der Geschäftsstelle für den „Ausgleichsfonds“ eingegangen. Polizisten haben das Recht, einmalige Zahlungen zwischen 2000 und 80.000 Euro zu erhalten. Eine „Bewertungskommission“ bestehend aus zwei Ärzten und einer ehemaligen Sozialrichterin trifft die Entscheidung darüber.

Der FDP-Abgeordnete Marcel Luthe hat nach dem aktuellen Vorfall Strafanzeige erstattet. Luthe wirft Innensenator Andreas Geisel (SPD) vor, kein Disziplinarverfahren gegen Generalstaatsanwältin Margarete Koppers eingereicht zu haben. Sie habe seiner Meinung nach während ihrer Amtszeit als Vize-Polizeipräsidentin von den Problemen gewusst.

Bereits im Juli dieses Jahres hatte Luthe scharfe Kritik gegebenüber der Innenverwaltung geäußert, da nur Polizisten Entschädigungsfonds stellen dürfen, nicht aber Reinigungskräfte, die den Schadstoffen womöglich ebenfalls regelmäßig ausgesetzt sind.

Mehr zum Thema:

Fall Koppers: CDU stellt Innensenator ein Ultimatum

Reinigungskräfte könnten Schadstoffe eingeatmet haben

Schießstand-Affäre: Polizisten sollen nun entschädigt werden

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.