Einzelhandel

Hierfür geben die Berliner am meisten Geld aus

Der Einzelhandel in Berlin verzeichnet ein starkes Umsatzplus. Besonders gefragt sind Bücher, Spielzeug, Elektronik und Kleidung.

Die aktuellen Umsatzzahlen verraten, wofür die Berliner Geld in die Hand nehmen

Die aktuellen Umsatzzahlen verraten, wofür die Berliner Geld in die Hand nehmen

Foto: Jens Wolf / dpa

Berlin. Viel Freude beim Berliner Einzelhandel – weniger beim Gastgewerbe: Von den Autohäusern abgesehen, ist der Umsatz in den Läden der Hauptstadt im ersten Halbjahr um 3,6 Prozent gestiegen. Hotels und Restaurants verzeichneten im selben Zeitraum hingegen einen Umsatzrückgang. So lagen die Einkünfte im Tourismus 1,5 Prozent unterhalb des Vorjahres-Niveaus. Das geht aus einer aktuellen Meldung des Landesamts für Statistik hervor.

Das meiste Geld lassen die Berliner und ihre Gäste demnach in Geschäften und Tankstellen, die „Waren verschiedener Art“ verkaufen. Diese Läden haben einen Anteil von 34,9 Prozent am Einzelhandelsumsatz. Auf Platz zwei landen Ausgaben für Bücher, Zeitschriften, Sportgeräte und Spielwaren. Fast jeder dritte ausgegebene Euro (28 Prozent) landet in solchen Geschäften. Elektronik, Haushaltsgeräte, Kleidung und Heimwerkerbedarf machen einen Umsatzanteil von 13,3 Prozent aus. Anteilmäßig am wenigsten geben die Berliner für Nahrungsmittel, Getränke und Zigaretten aus, nur vier Prozent der Einzelhandelseinkünfte entfallen auf Supermärkte und ähnliche Läden.

Massenkaufkraft in Berlin bleibt stabil

Auffallend ist: Das Wachstum im Handel „außerhalb geschlossener Verkaufsräume“ schwächt sich ab. Die Statistiker meinen damit neben Verkaufsständen auf Wochenmärkten vor allem den Onlinehandel. Stieg der Umsatz hier im ersten Halbjahr 2017 noch um 13,3 Prozent, betrug das Wachstum im Vergleichszeitraum des Folgejahres lediglich 8,7 Prozent.

„Die Umsatz-Zahlen zeigen, dass die Massenkaufkraft der Berliner stabil ist“, sagt Nils Busch-Petersen, Hauptgeschäftsführer des Berliner Handelsverbandes. Zurückzuführen sei das vor allem auf die gute Konjunktur, die auch die Arbeitslosigkeit senkt. „Bei höherer Beschäftigung haben die Menschen mehr Geld in der Tasche, das wirkt sich stark auf den Handel aus.“

Weniger Gäste in Restaurants, Kneipen und Bars

Das Gastgewerbe hingegen schwächelt, der Gesamtumsatz ging um 1,5 Prozent zurück. Insbesondere ist das auf eine schlechte Entwicklung bei Restaurants, Kneipen und Bars zurückzuführen. Während der Umsatz der Hotels von Januar bis Juni leicht um 0,2 Prozent anstieg, verzeichnete die Gastronomie ein Umsatzminus von 2,5 Prozent. Ein Grund dafür ist auch der heiße Sommer, der bereits Ende Mai einsetzte.

„Viele Restaurants, die nur drinnen Flächen haben, blieben deshalb leerer als im Vorjahr“, sagt Thomas Lengfelder vom Hotel- und Gaststättenverband Dehoga. Problematisch seien in den heißen Monaten deshalb auch die zunehmenden Restriktionen seitens der Bezirke. „Vielerorts wird der Platz für Außenflächen von Bars und Restaurants eingeschränkt“, so Lengfelder. „Das schadet den Inhabern im Sommer sehr.“

Die nur mäßige Entwicklung in der Hotellerie im ersten Halbjahr sei hingegen nur eine Momentaufnahme. „Der August lief für das Herbergsgewerbe gigantisch“, sagte Lengfelder. „Unserer Rechnung zufolge haben wir zwischen Januar und August ein Umsatz-Plus von rund drei Prozent eingefahren.“#

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