Berlin

Kreditkartenfälscher-Bande in Berlin vor Gericht

Vier Männer sollen Geldautomaten manipuliert haben, um an die Kontodaten ihrer Opfer zu gelangen. Der Prozess begann am Dienstag.

Sobald ein Kunde seine Karte in einen manipulierten Geldautomat steckte, wurden dessen Kontodaten gespeichert

Sobald ein Kunde seine Karte in einen manipulierten Geldautomat steckte, wurden dessen Kontodaten gespeichert

Foto: Fabian Sommer / dpa

Berlin. Geldautomaten manipulieren, Konten plündern – so funktioniert verkürzt beschrieben das sogenannte Skimming, zu Deutsch „Abschöpfen“. Unzählige Menschen sind bereits zu Opfern geworden, auch in Berlin boomt dieses kriminelle Gewerbe. Seit Dienstag stehen vier Männer vor dem Landgericht, die Mitglieder einer international tätigen Bande sein sollen. Banden- und gewerbsmäßige Fälschung von Zahlungskarten wirft die Staatsanwaltschaft den Bulgaren im Alter von 30 bis 55 Jahren vor.

Zwischen November 2017 und Februar 2018 sollen die Angeklagten regelmäßig eigens aus ihrer Heimatstadt Sofia nach Berlin gereist sein, um hier ihre Aufgaben innerhalb der Bande zu erfüllen. Die Anklage geht davon aus, dass das Quartett ausschließlich für die Manipulation der Geldautomaten zuständig war. Dazu wurden täuschend echt aussehende Vorsatzstücke mit einem Kartenlesegerät auf die Kartenschlitze gesteckt. Schob ein Kunde seine Karte in den Automaten, wurden seine Kontodaten erfasst und gespeichert. Andere bislang unbekannte Bandenmitglieder kopierten die Daten auf Kartenrohlinge („White Plastics“), mit denen sie dann an die Konten ihrer Opfer gelangten.

Gefälschte Karten wurden vor allem in Indonesien eingesetzt

Bei den Aktivitäten der Angeklagten herrschte strikte Aufgabenteilung. Zwei Männer waren für die Manipulation der Geräte zuständig, zwei weitere überwachten die ausgewählten Banken, bis die Vorsatzstücke wieder abgebaut wurden. Geeignete Standorte wurden sorgfältig ausgewählt, sie sollten genügend Laufkundschaft haben, damit sich das Geschäft lohnt, gleichzeitig aber auch die Möglichkeit bieten, die Manipulationen der Automaten unbemerkt durchführen zu können.

21 Fälle sind in der Anklageschrift aufgeführt. Dass die Bande global aktiv war und – abgesehen von den in Untersuchungshaft sitzenden Angeklagten – vermutlich noch ist, zeigt das weitere Vorgehen. In Berlin wurden die benötigten Kundendaten der Opfer beschafft, eingesetzt wurden die damit hergestellten gefälschten Karten überwiegend an Automaten in Indonesien.

Am ersten Verhandlungstag schwiegen die Angeklagten. Der Prozess wird am 13. September fortgesetzt.

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