Messe in Berlin

IFA-Neuheiten: Wie Sensoren bei der Parkplatzsuche helfen

Start-ups zeigen auf der IFA in Berlin, wie künstliche Intelligenz, Sensorik und Robotik nützliche Alltagshelfer sein können.

Denis Güzelocak präsentiert auf der IFA elastische Sensoren. Sie können in Lenkrädern verbaut die Müdigkeit eines Fahrers erkennen

Denis Güzelocak präsentiert auf der IFA elastische Sensoren. Sie können in Lenkrädern verbaut die Müdigkeit eines Fahrers erkennen

Foto: Anikka Bauer

Berlin. Auf der IFA zeigt das Londoner Start-up „Appy Parking“, wie die Zukunft des Parkens aussehen kann. Nutzer brauchen dafür nur eine App. Das Programm auf dem Smartphone führt Kunden während der Fahrt zu freien Parklücken. Mit einem Klick ist die Gebühr bezahlt. Für das Unternehmen, das die Technologie hinter der Idee bereitstellt, ist der Aufwand allerdings ungleich größer. „Appy Parking“ ist derzeit nur in Großbritannien vertreten, hat dort 19.000 Kilometer Straße und Parkflächen digitalisiert.

Die Modelle sollen auch den Städten bei der Verwaltung des Parkraums helfen. Dabei geht es nicht nur darum, einfacher als bislang Bußgelder für das Überschreiten der Parkzeit einzutreiben. Sensoren auf dem Boden sorgen dafür, dass die Betreiber den Überblick behalten. Die Technik meldet auch, ob ein Parkplatz frei oder belegt ist. Der Algorithmus von „Appy Parking“ soll den Kommunen aber auch das Organisieren von Verkehrsflüssen erleichtern – etwa bei Großveranstaltungen.

In nächster Zeit plant die Firma den Schritt auf das europäische Festland. Zehn Millionen Euro will „Appy Parking“ von Investoren einsammeln. Fünf neue Städte sollen dazukommen. „Berlin ist ein interessanter Markt“, sagt Mitarbeiter Ben Boutcher-West am Montag in Halle 26 auf dem Messegelände. Für Städte soll das System der Engländer zunächst kostenlos sein. An den Parkgebühren aber will das Start-up dann mitverdienen.

Mehr als 200 Aussteller präsentieren auf der IFA Next ihre Ideen und zeigen, wie künstliche Intelligenz, Sensorik und Robotik zu nützlichen Alltagshelfern werden können. Dabei gibt es auch Technologien, an denen die Tüftler noch ein wenig feilen müssen.

Kaffee dank Roboter

Bei „Ubtech“ aus China können Gäste zwar bei einem Roboter einen Kaffee bestellen. Bis die Maschine einen echten Kellner ersetzt, dürfte aber noch Zeit vergehen. „Ich verstehe nicht, was Du gemeint hast. Ich lerne noch“, gibt die Roboterstimme wenigstens zu.

Hemden, Hosen oder Shirts binnen Sekunden gefaltet

Deutlich weiter ist hingegen das Gerät, das Debbie Cohen-Abravanel nach Berlin mitgebracht hat. Der „Foldimate“ faltet Hemden, Hosen oder Shirts binnen Sekunden zusammen und spuckt die Wäsche in geordneten Stapeln wieder aus. Ende 2019 soll die Maschine auf den Markt kommen. Für 980 Dollar ist das Gerät kein Schnäppchen. Dennoch gebe es bereits Zehntausende Vorbestellungen, sagt Cohen-Abravanel. Die Zielgruppe des Start-ups aus Tel Aviv sind vor allem Familien. Aber auch Anfragen von Waschsalons und Hotels gebe es bereits, so die „Foldimate“-Mitarbeiterin.

Elastische Sensoren fürs Auto-Lenkrad

Die Idee von Denis Güzelocak könnte hingegen sogar Leben retten. Der Münchner hat elastische Sensoren erfunden, die sich ganz leicht in jedes Auto-Lenkrad einbauen lassen. Per Drahtlos-Verbindung zu einer App kann die Software dann analysieren, wie es um den Gesundheitszustand des Fahrers bestellt ist. Erkennt das Programm Müdigkeit empfiehlt der digitale Helfer eine Pause. Im schlimmsten Fall – wenn der Fahrzeugführer einschläft und einen Unfall baut – setzt das System auch einen Notruf ab. Güzelocak hat seine Erfindung zum Patent angemeldet, will aber auch mit Zulieferern und Autobauern über seine Technik sprechen.

Güzelocaks Unternehmen „Curve Sys“ hat mit der Technologie aber auch weitere Geschäftsfelder im Blick. In Einkaufsmärkten etwa könnten die flachen Sensoren in Regalen verbaut werden und so melden, wenn Kunden ein Produkt entnehmen. Das System könnte so auch bei der Aufklärung von Diebstählen helfen.

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