Brücke wieder frei

Nach Riss in Elsenbrücke: Sperrung wurde aufgehoben

Die Elsenbrücke zwischen Treptow und Friedrichshain war am Freitag gesperrt worden. Die Sperrung wurde am Dienstag wieder aufgehoben.

Die Sperrung der Elsenbrücke wurde aufgehoben

Die Sperrung der Elsenbrücke wurde aufgehoben

Foto: Paul Zinken / dpa

Berlin. Zehntausende Autofahrer mussten sich im Osten Berlins auf erhebliche Verkehrseinschränkungen einstellen. Am Freitag wurde die Elsen­brücke in Friedrichshain teilweise gesperrt. Bei einer planmäßigen Überprüfung sei ein Riss an der Unterseite des Bauwerks festgestellt worden, teilte die Senatsverkehrsverwaltung mit. Aus Sicherheitsgründen war deshalb eine Teilsperrung für den Autoverkehr nötig. Wie die Verkehrsinformationszentrale (VIZ) mitteilte, wurde die Sperrung am Dienstagnachmittag wieder aufgehoben.

Der Plan ist, den stadteinwärtigen Verkehr auf die Gegenfahrbahn zu führen. Ab sofort verfügen beide Fahrtrichtungen laut VIZ bis auf weiteres über zwei Fahrstreifen. Mit Staus sei allerdings weiterhin zu den Hauptverkehrszeiten zu rechnen.

Die Brücke, die zuletzt vor zehn Jahren saniert wurde, war zunächst nur auf der nicht beschädigten Fahrbahn Richtung Südwesten passierbar. Die Gegenfahrbahn Richtung Ostkreuz dagegen war zwischen Puschkinallee und Markgrafendamm vollständig gesperrt. Auf der Puschkinallee, Elsenstraße, Schlesischen Straße und Köpenicker Straße war deshalb seit Freitag mit Staus zu rechnen. Als Umfahrungsmöglichkeiten wurden von der VIZ die Oberbaumbrücke und die Minna-Todenhagen-Brücke empfohlen.

Fahrradfahrer und Fußgänger waren von der Sperrung nicht betroffen. Ab Dienstagnachmittag war die Brücke dann wieder befahrbar. Der Plan ist, den gesamten Verkehr über die intakte Fahrbahn zu leiten, mit jeweils zwei Spuren pro Richtung.

Auch zwei Buslinien der Berliner Verkehrsbetriebe

Wann die Elsenbrücke wieder uneingeschränkt in voller Breite zur Verfügung steht, konnte die Behörde am Freitag nicht sagen. Betroffen waren auch zwei Buslinien der Berliner Verkehrsbetriebe. Die Linie 104 (Brixplatz–Tunnelstraße) endete am Treptower Park, die Linie 194 (U Hermannplatz–Helene-Weigel-Platz) am Bahnhof Ostkreuz.

Die plötzliche Sperrung weckt Erinnerungen an das Unglück in Genua vor zwei Wochen, als beim Einsturz einer Autobahnbrücke 43 Menschen ums Leben kamen. Laut Verkehrsverwaltung besteht ein solches Risiko in Berlin aber nicht. Die 1085 Brücken für den Straßen-, Fuß- oder Radverkehr in der Stadt seien „sehr sichere Bauwerke“. Regelmäßige Kontrollen wie im Fall der 50 Jahre alten Elsenbrücke sollen dafür sorgen, dass Mängel rechtzeitig erkannt werden. Zudem haben die Brücken ein sogenanntes Ankündigungsverhalten, sprich Risse oder Verformungen werden sichtbar, bevor es zu einem Einsturz kommt.

Dennoch ist der Sanierungsstau bei Berlins Brücken immens, er beträgt rund 1,3 Milliarden Euro. Von mehr als der Hälfte der rund 830 Brücken, die vom Land unterhalten werden, wird der Zustand lediglich als befriedigend oder ausreichend eingestuft. Mehr als 40 Brücken gelten sogar als nicht ausreichend oder ungenügend.

Mehr zum Thema:

Elsenbrücke gesperrt: Verkehrschaos "äußerst erschreckend“

Berlins Problem mit den Brücken

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.