Sicherheit

Berliner SPD schwenkt beim Wachschutz an Schulen um

Die Sozialdemokraten sträubten sich bisher gegen Wachschützer an Schulen. Jetzt sollen diese angefordert werden können.

Die Spreewald-Grundschule hat ein Problem mit ungebetenen Besuchern

Die Spreewald-Grundschule hat ein Problem mit ungebetenen Besuchern

Foto: Reto Klar

Berlin. Neukölln setzt seit Jahren an mehreren Schulen Wachschutz ein. Als die Leiterin der Spreewald-Grundschule, Doris Unzeitig, im März ebenfalls einen privaten Dienst beauftragte, sorgte dies in Tempelhof-Schöneberg jedoch für eine heftige Kontroverse. Schulfremde waren immer wieder auf das Schulgelände an der Schöneberger Pallasstraße eingedrungen. Vor allem die SPD in Tempelhof-Schöneberg kritisierte die Schulleiterin. Jetzt sträuben sich die Sozialdemokraten nicht mehr gegen einen Wachschutz an Schulen.

SPD-Fraktionschef Jan Rauchfuß sagte auf Anfrage: „Wenn eine Schule Wachschutz beantragt und Gründe dafür liefert, soll sie ihn auch bekommen.“ Die SPD-Fraktion beantragte in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV), den Sicherungsbedarf an den Schulen abfragen zu lassen. Die Beratungen darüber wurden am Mittwochabend vertagt und auf den 12. September verschoben. Dann sollen Maßnahmen zur Sicherung des Schulgeländes entwickelt werden. Dies könne im äußersten Falle auch den Einsatz eines externen Wachschutzes bedeuten.

CDU wirft Scheeres absurdes Theater vor

Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) befürwortet das: „In Einzelfällen muss es möglich sein, Wachschutz zu organisieren, wenn der Schulalltag gefährdet ist.“ Wachschutz könne aber nicht die internen Probleme lösen. Dazu brauche es pädagogische Konzepte. Beispielsweise ein Elterncafé, wie Scheeres’ Sprecherin Beate Stoffers erläutert. Dies gebe es derzeit an der Spreewald-Grundschule nicht. Die Schulleiterin geht am 7. September im Streit, Nachfolgerin ist t Nana Salzmann von der Neumarkschule.

Die Schulexpertin der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Hildegard Bentele, wirft der SPD vor, ein absurdes Theater mit ihrem Zickzackkurs aufzuführen. Bentele ist der Ansicht, dass es gar keinen Wachschutz an Schulen braucht – zumindest nicht in Schöneberg. „Es würde reichen, wenn die Senatorin und Schulstadtrat Oliver Schworck auf die Schulleiter hören würden“, betont sie. Probleme dürften nicht schöngeredet werden, die Schulen müssten vor Eindringlingen geschützt werden. Der Zaun an der Spreewaldschule ist nur kniehoch. Auch die Gegensprechanlage funktionierte dort lange nicht. Schulstadtrat Schworck zufolge liegen derzeit keine Anfragen von anderen Schulen vor, die einen Wachschutz als Zugangskontrolle haben möchten.

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