Primera Air

Tegel bekommt neue Langstrecken-Flüge nach Nordamerika

Primera Air bedient ab Juni direkt New York, Boston und Toronto. Am Berliner Flughafen werden zwei Maschinen stationiert.

Primera Air wird am Flughafen Tegel zwei Maschinen stationieren

Primera Air wird am Flughafen Tegel zwei Maschinen stationieren

Foto: picture alliance / Markus Mainka

Berlin. Was die Lufthansa nicht leisten wollte, übernehmen nun andere Fluglinien: Sie verbinden Berlin direkt mit Städten an der amerikanischen Ostküste. Die Primera Air wird ab kommendem Jahr von Berlin täglich nach New York, vier Mal wöchentlich nach Boston und drei Mal ins kanadische Toronto fliegen. Die Fluglinie mit Wurzeln auf Island und Lizenzen in Dänemark und Lettland bedient bereits Nordamerika-Strecken aus London und Paris. Sie wird am Flughafen Tegel zwei Maschinen stationieren.

„Wir haben eine andere Flugzeugflotte als die Lufthansa“, sagte Anastasija Visnakova, Vertriebschefin von Primera mit Sitz in der lettischen Hauptstadt Riga. Man nutze neue Boeing Max 9-Jets mit nur 189 Sitzplätzen. Die Lufthansa habe viel größere Maschinen im Einsatz. Damit folgt die 2003 in Island gegründete Firma einem Trend. Auch Langstrecken werden heute zunehmend im Punkt-zu-Punkt-Verkehr mit kleineren Fluggeräten abgewickelt. Man sei zuversichtlich, die Jets von Berlin aus voll zu bekommen, sagte Visnakova der Morgenpost. Die Auslassung auf den Transatlantik-Strecken von London und Paris aus liege bei 90 Prozent.

Die Lufthansa hatte kürzlich ihre Verbindung zwischen TXL und New York eingestellt. Eine Begründung dafür war, dass es in Berlin nicht genügend Wirtschaftskraft und damit zahlungsfähige Kunden für die Business-Class gebe.

Der Low Cost-Carrier aus dem Baltikum setzt hingegen auf günstige Preise. One-Way-Tickets nach New York und Boston sollen ab 149 Euro zu haben sein. Toronto soll 50 Euro mehr kosten. Losgehen soll es im Juni 2019. Dabei wird es Billigtickets geben, die nur den Transport beinhalten, aber auch eine Premium-Klasse mit breiteren Sitzen und vollem Service-Angebot. „Wir haben die Verkehrsdaten studiert und sind überzeugt, dass es genügend Bedarf für Direktverbindungen zwischen Berlin und den USA gibt“, sagte Visnakova.

Flugzeuge sind nicht so groß

Die betagte Technik in Tegel schreckt die Newcomer nicht. Die genutzten Flugzeuge seien nicht so groß, dass sie die Infrastruktur dort überfordern könnten, ist die Vertriebschefin überzeugt. Zudem werde man bei den An- und Abflügen die stark frequentierten Zeiten am frühen Morgen und am Abend meiden.

Der Einstieg in Tegel soll erst der Anfang sein. „Wir haben mehr im Kopf, nicht nur in Berlin, sondern überhaupt auf dem deutschen Markt“, kündigte die Managerin an. Man werde die Resultate in Berlin abwarten und dann entscheiden, ob man sich nach einer Eröffnung des BER noch stärker in Berlin engagieren werde.

Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup zeigte sich zufrieden mit der neuen Kundschaft und konnte sich einen Seitenhieb auf die National-Fluggesellschaft Lufthansa nicht verkneifen: „Wie viele andere Airlines sehe Primera das touristische und wirtschaftliche Potenzial der Hauptstadtregion“, sagte Lütke Daldrup.

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