Islamist festgenommen

Magomed-Ali C. - Was wir bisher wissen und was nicht

Zugriff in Berlin: Magomed-Ali C. wurde festgenommen. Die Spur führt nach Frankreich - zu einem Komplizen in Marseille.

Der Zugriff auf die Wohnung von Clément B. im Jahr 2017 in Marseille. Bei B. handelt es sich um den mutmaßlichen Komplizen von Magomed-Ali C., der am Mittwoch in Berlin festgenommen wurde  (Archivbild)

Der Zugriff auf die Wohnung von Clément B. im Jahr 2017 in Marseille. Bei B. handelt es sich um den mutmaßlichen Komplizen von Magomed-Ali C., der am Mittwoch in Berlin festgenommen wurde (Archivbild)

Foto: dpa Picture-Alliance / Rossi David / picture alliance / Rossi David/M

Wie die Bundesanwaltschaft am Mittwochmorgen mitteilte, hat die Polizei den Tschetschenen Magomed-Ali C. in Berlin festgenommen. Der 31-Jährige wird verdächtigt, eine schwere staatsgefährdende Gewalttat und ein Explosionsverbrechen vorbereitet zu haben.

Was wir bisher wissen:

  • Beamte des Bundeskriminalamts (BKA) und des Berliner Landeskriminalamts (LKA) haben Magomed-Ali C. am Mittwochmorgen in Berlin festgenommen. Dabei erhielten sie Unterstützung von der Spezialeinheit GSG 9. Grundlage für den Zugriff war ein Haftbefehl des Bundesgerichtshofs vom 9. August 2018.
  • Magomed-Ali C. steht im dringenden Verdacht, zusammen mit einem Komplizen namens Clément B. einen Terroranschlag geplant und vorbereitet zu haben.
  • Clément B. wurde bereits am 18. April 2017 in Marseille festgenommen. Er soll geplant haben, gemeinsam mit dem seinerzeit ebenfalls festgenommenen Mahiedine M. in Frankreich einen Sprengstoffanschlag zu begehen. Bei seiner Festnahme in Frankreich befand sich Clément B. im Besitz von mehreren Schusswaffen und drei Kilogramm TATP (Triacetontriperoxid). Den Sprengstoff hatten er und Mahiedine M. im Frühjahr 2017 in Frankreich gemeinsam hergestellt. Dieser Sprengstoff wurde also von den Ermittlern gesichert.
  • TATP war auch bei den Anschlägen in Paris am 13. November 2015 und in Brüssel im März 2016 verwendet worden.
  • Wie die Berliner Morgenpost im März dieses Jahres berichtete, soll B. auch Kontakt zum Attentäter vom Berliner Breitscheidplatz, Anis Amri, unterhalten haben.
  • Magomed-Ali C., der am am heutigen Mittwoch in Berlin festgenommen wurde, verwahrte laut Bundesanwaltschaft "am 26. Oktober 2016 in seiner Wohnung in Berlin eine erhebliche Menge TATP. Mit diesem Sprengstoff wollte der radikal-islamistisch gesinnte Beschuldigte gemeinsam mit dem zwischenzeitlich in Frankreich inhaftierten Mitbeschuldigten Clément B. einen Sprengsatz herstellen.“
  • Der Sprengsatz sollte den Ermittlern zu einem nicht bekannten Zeitpunkt an einem unbekannten Ort in Deutschland gezündet werden, um eine möglichst große Anzahl an Menschen zu töten und zu verletzen. Die Anschlagsvorbereitungen der beiden wurden jedoch aufgrund eines präventiven Einsatzes der Berliner Polizei gegen Magomed-Ali C. gestört. Wann genau dieser Einsatz zwischenzeitlich stattgefunden hatte, blieb zunächst unklar.
  • Nach dem Einsatz bei Magomed-Ali C. befürchteten C. und der später in Frankreich festgenommene Clément B., dass die Berliner Wohnung von C. durchsucht werden und der dort gelagerte Sprengstoff entdeckt werden könnte. Daraufhin verließ Clément B. zunächst seinen Komplizen Magomed-Ali C. Letzterer blieb in Berlin, während B. Ende Oktober 2016 von Berlin über Aachen nach Frankreich ausreiste. Dort wurde er am 18. April 2017 festgenommen.
  • Am Mittwoch, 22. August 2018, erfolgte dann der Zugriff in Berlin. Magomed-Ali C. wurde festgenommen. Wo genau C. festgenommen wurde, blieb offen. Klar ist allerdings: C. war zum Zeitpunkt der Festnahme nicht im Besitz des hochexplosiven Sprengstoffs Triacetontriperoxid (TATP). Dessen Verbleib bleibt zunächst unklar.
  • Magomed-Ali C. soll am Donnerstag einem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden.

Was wir nicht wissen:

  • Während der in Frankreich von Clément B. und Mahiedine M. hergestellte Sprengstoff Triacetontriperoxid (TATP) dort gesichert werden konnte, bleibt jener Sprengstoff verschollen, den Magomed-Ali C. in seiner Berliner Wohnung gelagert haben soll.
  • Nicht mitgeteilt hat die Bundesanwaltschaft darüber hinaus, worauf ihre Information beruht, dass sich in der Berliner Wohnung von Magomed-Ali C. Sprengstoff befunden hat. Ob das zum Beispiel auf Aussagen von Clément B. oder dessen in Frankreich ebenfalls festgenommenen Komplizen Mahiedine M. beruht, ist unklar.

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