Demografie

Weniger als jeder zweite Berliner ist auch hier geboren

Die gebürtigen Berliner sind in ihrer Heimatstadt in der Unterzahl. Die meisten Zuzügler kommen aus – Brandenburg.

Nur 47 Prozent aller Berliner wurden auch in der Stadt geboren

Nur 47 Prozent aller Berliner wurden auch in der Stadt geboren

Foto: Reto Klar

Berlin.  Die gebürtigen Berliner sind in ihrer eigenen Stadt in der Minderheit. Nur noch knapp 47 Prozent (1.736.514) der in der Hauptstadt gemeldeten Menschen sind nach statistischen Angaben auch dort geboren worden. Rund 53 Prozent (1.975.416) der Bewohner kommen ursprünglich aus anderen deutschen Städten oder dem Ausland. Das berichtet der Sender RBB, der Zahlen des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg von Ende 2017 auswertete.

Mehr als 200.000 Menschen, die in Brandenburg geboren wurden, wohnen inzwischen in Berlin. Bei den Bundesländern folgen Nordrhein-Westfalen (rund 134.000), Sachsen (113.700) und Niedersachsen (83.000).

Baden-Württemberg, das Bundesland, aus dem angeblich so viele Schwaben in die Hauptstadt kommen, liegt als Geburtsbundesland der Berliner erst auf Platz 7 (75.000), gefolgt von Bayern (rund 70.000).

Die meisten Berliner aus dem Ausland kommen aus Polen

Bei den Menschen aus dem Ausland führen Geburtsorte in Polen die Liste an. Die Statistik nennt 136.000 Polen oder Deutsche, die in Polen geboren wurden. 102.000 Berliner kamen in der Türkei zur Welt. Dahinter liegen Russland (47.000), Syrien (knapp 40.000) und Bulgarien (knapp 28.000).

Die Zugezogenen wohnen eher in den Innenstadtbezirken als am Stadtrand. In Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg stammen knapp 66 Prozent der Einwohner nicht aus Berlin, und auch in Charlottenburg-Wilmersdorf sind es 60 Prozent. Im nördlichen Reinickendorf leben dagegen nur 42 Prozent Menschen mit auswärtiger Herkunft gegenüber fast 58 Prozent gebürtigen Berlinern.

Berlin war wie andere Metropolen schon immer eine Stadt, die vom Zuzug lebte. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kamen Hunderttausende aus den östlichen Gebieten Deutschlands. Außerdem wurden Nachbarorte eingemeindet. Anfang des 20. Jahrhunderts hatte Berlin zwei Millionen Einwohner. 1920 wurde dann Groß-Berlin geschaffen. Zahlreiche Gemeinden gehörten zur Hauptstadt, die plötzlich 3,9 Millionen Bewohner hatte.

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