Vorschlag von Slowik

Viel Zustimmung, dass Polizisten länger arbeiten

Den Polizisten soll ermöglicht werden, über das übliche Rentenalter hinaus im Dienst zu bleiben.

Polizisten im Einsatz (Archivbild)

Polizisten im Einsatz (Archivbild)

Foto: pa

Berlins Innenpolitiker haben die Personal-Ideen von Polizeipräsidentin Barbara Slowik überwiegend positiv aufgenommen. Im Interview mit der Berliner Morgenpost hatte Slowik am Montag unter anderem vorgeschlagen, älteren Polizisten einen Dienst über das übliche Rentenalter hinaus zu ermöglichen, wenn diese das wollen. Die meisten Innenexperten finden das richtig. Der von Slowik eingebrachte Aufbau eines speziellen Oberstufenzentrums, in dem sich Berlins Schüler auf eine Karriere bei der Polizei vorbereiten könnten, stieß in den Fraktionen dagegen auf ein geteiltes Echo.

„Die Vorschläge klingen sehr gut. Die Idee, ein Oberstufenzentrum für Öffentliche Sicherheit einzurichten, halte ich für richtig“, sagte Grünen-Innen­experte Benedikt Lux (Grüne). „Allerdings müsste man es dann über eine mögliche Karriere in der Polizei hinaus ausweiten, Jugendliche etwa auch für den Katastrophenschutz oder eine Laufbahn bei der Feuerwehr vorbereiten.“ Auch Frank Zimmermann (SPD) sagt: „Wir unterstützen jeden gangbaren Weg, neues Personal zu finden.“ Dazu gehöre auch der Einsatz von Pensionären. „Das kann Teil des Personalentwicklungsplans sein – als ergänzende Maßnahme“, sagt er. „Der Aufbau eines Oberstufenzentrums ist eine sehr spannende Idee, die wir genauer prüfen werden. Das geht aber nicht von heute auf morgen und ist vor allem eine Haushaltsfrage.“

Erfahrung der älteren Polizisten soll jüngeren helfen

FDP-Innenpolitiker Marcel Luthe (FDP) unterstützt den Einsatz Älterer ebenfalls, betont, dass er diese Idee bereits zum Anfang der Legislaturperiode geäußert habe. „Es muss allerdings auch wirtschaftlich attraktiv sein“, sagt er. „Zudem braucht die Polizei ein ordentliches Gesundheitsmanagement – damit die Kollegen überhaupt in der Lage sind, länger zu arbeiten.“ Eine spezielle Schulform aber hält er für „sinnlos“: „Es gibt genügend qualifizierte Schulabgänger, wir müssen sie nur zur Polizei holen.“ Auch Karsten Woldeit (AfD) ist in Teilen skeptisch: „Gerade in der Ausbildung jüngerer Polizisten können wir auf die Erfahrung älterer Kollegen nicht verzichten. Ob wir wirklich ein Oberstufenzentrum brauchen, weiß ich nicht: Zunächst sollten wir die Probleme an der Polizeiakademie lösen, insbesondere das der fehlenden Lehrer.“

Wolfgang Albers (Linke) wünscht sich eine langfristige Verbesserung der Personaldecke. „Dafür braucht es mehr Ausbildungskapazitäten“, sagt er. „Ältere Kollegen länger im Dienst zu halten, kann nur eine Übergangslösung sein. Polizisten haben einen Knochenjob, sie verdienen sich ihre Rente.“

CDU-Fraktionschef Burkard Dregger kritisierte die Bildungspolitik der SPD, die zur Folge habe, dass viele Schulabgänger schlecht lesen und rechnen könnten – und damit für den Polizeidienst ungeeignet seien. „Ob dem mit einem Oberstufenzentrum Öffentliche Sicherheit beizukommen ist, wage ich zu bezweifeln“, sagt er. „Denn es geht hier nicht um spezifische polizeiliche Voraussetzungen, sondern um allgemeine und in allen Berufen erforderliche Fähigkeiten.“

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