Polizei ermittelt

Sprayer-Gang hat möglicherweise Unterstützer bei der BVG

Ein neues Video der Berliner Sprayercrew "1UP" wirft Fragen zum Verhältnis der Sprayer zu einigen Sicherheitsleuten der BVG auf.

Sprayer von "1UP" begrüßen sich in einem Video scheinbar herzlich mit BVG-Mitarbeitern (Archiv)

Sprayer von "1UP" begrüßen sich in einem Video scheinbar herzlich mit BVG-Mitarbeitern (Archiv)

Foto: Screenshot

Berlin. Ob an Häusern, Stromkästen oder Zügen. Überall prangt der Schriftzug der Berliner Graffiti-Gruppe "1UP". Nun hat die Crew ein neues Video ihrer Streifzüge durch die Stadt veröffentlicht. Doch eine Sequenz wirft Fragen auf. Darin ist zu sehen, wie die Sprayer auf ihren Touren Security-Mitarbeiter, offenbar im Einsatz der BVG, treffen. Man scheint sich gut zu verstehen, grüßt sich mit Handschlag und Umarmungen. Kontrollen hingegen finden nicht statt.

In einer anderen Szene treffen die Sprayer in einem Tunnel zufällig auf einen Arbeiter. Auch er unternimmt nichts. "Tagchen. Erwischt, Jungs", sagt er. Und fügt sofort hinzu: "Nein, alles gut." Die Graffiti-Sprüher können weitermachen.

BVG erstattet Anzeige

Bei der BVG sorgen die Szenen für Ärger. Seit Jahren kämpfen die Verkehrsbetriebe gegen Vandalismus an ihren Wagen und U-Bahnhöfen. Anders als bei der S-Bahn bringt die BVG jeden besprühten U-Bahn-Wagen sofort in die Werkstatt, wo das Graffiti entfernt wird. Auch deshalb fehlen im täglichen Betrieb immer wieder dutzende Wageneinheiten, klagen die Verkehrsbetriebe. Die Schäden durch Graffiti-Schmierereien lagen im Jahr 2017 bei 1,3 Millionen Euro.

Dass möglicherweise eigene Mitarbeiter die Sprayer unterstützen, wäre daher sehr ärgerlich. Bekannt war der Verdacht der BVG jedoch bisher nicht. Dafür sorgte erst das Video, über das zunächst die "Berliner Zeitung" berichtete, teilte die BVG der Berliner Morgenpost am Sonntag mit.

Ob ein Fehlverhalten von BVG-Mitarbeitern oder Mitarbeitern von Subunternehmen vorliegt, würde intern untersucht, sagte BVG Sprecherin Petra Reetz. "Wir haben in der Sache Anzeige erstattet", sagte sie. Weitere Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Video würde nun die Polizei übernehmen.