Berlin

Neue Broschüre klärt über Fehler in der Pflege auf

Um Pflegefehler, Abrechnungsmanipulationen und Gewalt in der häuslichen Pflege zu bekämpfen, hat die Senatsgesundheitsverwaltung gemeinsam mit der Techniker Krankenkasse und der Barmer Krankenkasse eine Broschüre erstellt, die Pflegebedürftige, ihre Angehörigen und Pflegekräfte mit anschaulichen Alltagsbeispielen und konkreten Hinweisen aufklären soll.

„Die allermeisten Pflegedienste und Pflegekräfte leisten eine ausgezeichnete Arbeit und verdienen mehr Wertschätzung. Aber es gibt auch schwarze Schafe und Fehler durch Überforderung“, sagt Gesundheitssenatorin Dilek Kolat (SPD). Da häusliche Pflege im Privaten stattfindet, würden Unregelmäßigkeiten meist nur nahestehenden Personen auffallen. Über Probleme werde oft aus Angst oder Scham geschwiegen, sagt Gabriela Leyh, die Landesgeschäftsführerin der Barmer Berlin/Brandenburg. „Die neue Broschüre gibt wertvolle Hinweise, wie Verdachtsfälle angesprochen und wo Hilfe angefordert werden kann“, sagt sie. Laut den Verfassern der Broschüre gehen Pfelgefehler häufig auf Zeitnot und unzureichend qualifiziertes Personal zurück.

Eine vertraute Umgebung ist den meisten Menschen wichtig, die Pflege benötigen. Rund ein Viertel der Pflegebedürftigen in Berlin nimmt häusliche Leistungen ambulanter Pflegedienste in Anspruch – das sind mehr als 30.000 Menschen. Laut der Gesundheitsverwaltung gibt es derzeit 636 ambulante Pflegedienste in Berlin. Das sind 51 mehr als Ende 2015. Seit März erhalten die Pflegekräfte rund sechs Prozent mehr Lohn.

( char )