Blutmond in Berlin

So können Berliner die Mondfinsternis am besten genießen

Am Freitagabend findet die längste Mondfinsternis des Jahrhunderts statt. Die besten Tipps für die perfekte Sicht.

Der Mond erscheint über Berlin während einer Mondfinsternis fast vollständig in einem rötlichen Farbton.

Der Mond erscheint über Berlin während einer Mondfinsternis fast vollständig in einem rötlichen Farbton.

Foto: dpa

Berlin. Am Freitagabend wird der Nachthimmel über Berlin rot leuchten. Die längste Mondfinsternis des Jahrhunderts sorgt für einen deutlich dunkleren, rötlich leuchtenden Mond - den sogenannten "Blutmond". Auch der Mars wird am Freitag besonders gut zu sehen sein. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu dem beeindruckenden Naturschauspiel:

Die längste Mondfinsternis des Jahrhunderts

Für eine Stunde und 43 Minuten taucht der Mond vollständig in den Erdschatten. Der Mond erscheint dann als rötliche Scheibe am Himmel. Damit ist die Mondfinsternis die längste des Jahrhunderts. Zwei Minuten länger - nämlich 1 Stunde und 45 Minuten - wird der Mond erst im Jahr 2123 im Erdschatten verschwinden.

So läuft die Mondfinsternis über Berlin ab

20.58 Uhr - Mondaufgang: Kurz vor neun Uhr geht der Vollmond im Südosten auf. Etwa die halbe Mondscheibe ist beim Mondaufgang bereits in den Schatten der Erde getaucht.

21.30 Uhr - Die Totale Finsternis beginnt: Ungefähr ab 21.30 Uhr bedeckt der Kernschatten der Erde den gesamten Mond, der als rötliche Scheibe am Himmel zu sehen ist. Zu diesem Zeitpunkt ist der Blutmond erst eine gute Handbreit über den Horizont geklettert. Während der Totalitätsphase sind rings um den Mond die Sterne sichtbar, die sonst vom Mondlicht überstrahlt werden. Auch der Mars wird gut erkennbar sein.

22.21 Uhr - Die maximale Verdunkelung wird erreicht: Gegen 22.21 Uhr tritt der Mond in den Mittelpunkt des Erd-Kernschattens. Ab jetzt beginnt sich der Mond wieder aus dem Kernschatten der Erde heraus zu bewegen.

23.13 Uhr - Die totale Mondfinsternis endet: Gegen 23.13 Uhr erreichen wieder die ersten direkten Sonnenstrahlen den Rand der Mondoberfläche. Die rote Färbung des Mondes nimmt ab und geht dann gänzlich in einen Grauschleier über.

00.19 Uhr - Die partielle Finsternis endet: Der Kernschatten der Erde verlässt die Mondoberfläche. Die gesamte Mondscheibe ist nun wieder am Himmel zu sehen. Noch befindet sich der Mond im Halbschatten der Erde und erscheint deswegen geringfügig dunkler.

1.28 Uhr - Die Halbschattenfinsternis endet: Der Halbschatten der Erde verlässt die Mondoberfläche.

Wie kann man die Mondfinsternis sehen

"Man braucht freie Sicht auf den Süd-Ost-Horizont", sagt Ulrich Köhler vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Im Südosten wird nämlich kurz nach 21.00 Uhr der Mond aufgehen.

Grundsätzlich kann man die Mondfinsternis mit bloßen Augen beobachtet. Wer ein Fernglas oder ein Opernglas besitzt, sollte es aber einpacken. Der Anblick des verfinsterten Mondes ist dann um vieles eindrucksvoller.

Wer nicht warten kann: Die Internetseite mondfinsternis.net hat ein Video veröffentlicht, dass eine totale Mondfinsternis im Zeitraffer zeigt:

Von wo kann man den Mond am besten beobachten

Wer in einem hohen Gebäude mit Blick in Richtung Süd-Ost wohnt, kann den sogenannten "Blutmond" bequem vom Fenster oder dem Balkon aus beobachten. Außerdem findet in der Archenhold-Sternwarte im Ortsteil Treptow die Lange Nacht der Astronomie statt. Dort kann der Mond durch ein Teleskop beobachtet werden.

Wer sich nicht extra Tickets kaufen möchte und trotzdem die bestmögliche Sicht auf den Mond haben will, hat zwei Möglichkeiten: Hoch hinaus oder weit hinaus.

Hoch hinaus geht es auf den höchsten Berliner Erhebungen. Im Nord-Westen ist die Lübarser Höhe gut erreichbar und bietet freie Sicht - inklusive eines Blicks auf die Hochhaustürme des Märkischen Viertels. Eine weitere Alternative ist der Deponieberg Arkenberg in Pankow oder der Teufelsberg im Grunewald - mit etwa 120 Metern Höhe Berlins höchste Hügel.

Weit hinaus sollte man, um der Lichtverschmutzung durch die Großstadt zu entgehen. Je dunkler der Himmel, je besser ist die Mondfinsternis sichtbar. Was spricht also gegen einen romantischen Freitagabend in Brandenburg? So gilt der Ort Gülpe im Landkreis Havelland als der dunkelste Ort Deutschlands. Man kann angeblich sogar die Milchstraße mit bloßem Auge erkennen - ein Ort, wie gemacht für die Mondfinsternis

Wie man den Mond am besten fotografieren kann

Für schöne Fotos von der totalen Mondfinsternis am Freitagabend brauchen Fotografen drei Dinge: eine System- oder Spiegelreflexkamera mit Teleobjektiv, ein Stativ und den richtigen Standort.

Im Südosten wird dann am Freitag kurz nach 21.00 Uhr der Mond aufgehen, der Beginn der totalen Finsternis ist laut DLR gegen 21.30 Uhr. Bis um 23.13 Uhr ist dann die beste Zeit, Fotos mit dem Mond während der Phase der Totalität zu machen. Insgesamt dauert das Spektakel bis 00.19 Uhr. Im Gegensatz zu einer Sonnenfinsternis ist also genug Zeit, auch mal mit den Kameraeinstellungen zu experimentieren.

Damit der Mond auch schön groß das Bild bestimmt, braucht es ein Teleobjektiv. "200 Millimeter sind gut, 400 sind besser", sagt Ulrich Köhler vom DLR. "Sonst ist man hinterher enttäuscht, wie klein der Mond ist." Damit nichts verwackelt, nimmt man entweder ein Stativ oder sucht sich eine feste Unterlage für die Kamera - etwa eine Mauer. Wichtig ist, die Empfindlichkeit der Kamera nicht zu hoch zu stellen. Bei hohen ISO-Werten verrauschen die Bilder leicht. Köhler rät zu geringerer Empfindlichkeit und lieber etwas längerer Belichtung.

Neben dem Mond wird am Freitag auch der Mars gut sichtbar sein. Er erscheint als orangefarbener Punkt etwas rechts unterhalb des Mondes. Diese Konstellation ist nahezu einmalig, erklärt Köhler. "So schön wie diesen Freitag wird man sie ganz lange nicht mehr sehen."