Baden in Berlin

Depeche Mode reserviert sich eigene Bahn im Olympiabad

Abkühlung für die Kult-Band: Depeche Mode gastiert derzeit in Berlin - und hat sich im Olympiabad eine eigene Bahn gemietet.

Das Olympiabad in Berlin (Archivbild)

Das Olympiabad in Berlin (Archivbild)

Foto: Lehtikuva Teemu Salonen / picture-alliance/ dpa

Berlin. Die Hauptstadt ächzt unter der Hitzewelle. Bei bis zu 35 Grad am Mittwoch ist der beste Ort für eine Abkühlung natürlich eines der 26 Berliner Sommerbäder.

Und wer in den Becken der Berliner Bäderbetriebe (BBB) in Ruhe seine Bahnen ziehen will, muss nur das Portemonnaie aufmachen.

Auf dieses weitgehend unbekannte Angebot der Bäderbetriebe hat am Mittwochmorgen der Fernsehjournalist Thomas Walde hingeweisen. Wie der stellvertretende Leiter des ZDF-Hauptstadtstudios am Mittwochmorgen beim Kurznachrichtendienst Twitter anmerkte, können Badegäste nämlich ganze Bahnen für sich zur exklusiven Nutzung reservieren.

Aufgefallen war ihm dies im Olympiabad. Dort sei eine Bahn seit Tagen morgens von 8 bis 10 Uhr für die Allgemeinheit gesperrt. Ein einzelner Badegast habe die Bahn für die eigene Nutzung gemietet. Darauf würde auch ein Schild hinweisen. Alle anderen Badbesucher müssten sich auf der Bahn nebenan drängeln.

An die drei Berliner Regierungsparteien SPD, Linke und Grüne richtet er in dem Tweet die Frage: "Was genau ist daran demokratisch (oder links)?"

Angemietet vom Management der Band Depeche Mode

Waldes Tweets löste am Mittwoch Rätselraten darüber aus, wer denn dort im Olympiabad so einsam seine Bahnen zieht. Gegen Mittag meldete dann die Nachrichtenagentur dpa: Angemietet habe die Bahn das Management von Depeche Mode. Dies habe ein Mitarbeiter des Olympiabads gesagt.

Die Band befindet sich derzeit für eine Doppel-Show in Berlin. Das erste Konzert am Montagabend in der Waldbühne hatte bereits für Begeisterung gesorgt. Der zweite Teil folgt am heutigen Mittwochabend ab 19 Uhr.

Ob es sich bei den einsamen Schwimmer um Depeche-Mode-Frontmann Dave Gahan handelte, war zunächst nicht bekannt.

Reguläre Badegäste werden von Mitarbeitern auf die Sperrung aufmerksam gemacht

Eine Sprecherin der Bäder-Betriebe bestätigte, dass die Anmietung einer ganzen Bahn möglich sei. Für die Nutzung einer 50-Meter-Bahn zahle man pro Stunde 60 Euro - zusätzlich zum Eintrittspreis. Eine 25-Meter-Bahn koste 35 Euro. Dies sei auch in der Entgeltordnung der Bäderbetriebe festgelegt.

Wer diese Beträge zahlt, kann ungestört seine Bahnen ziehen. Ein Schild weist dann auf die Sperrung der Bahn hin. Reguläre Badegäste, die dennoch auf der angemieteten Bahn unterwegs sind, würden dann von Mitarbeitern auf die Sperrung aufmerksam gemacht.

In dem von ZDF-Journalist Thomas Walde angemerkten Fall habe das Depeche-Mode-Management eine Bahn an drei Tagen in dieser Woche morgens für jeweils zwei Stunden angemietet. "Es gibt zu dieser Zeit ohnehin nicht viele Badegäste, keiner hat sich beschwert", so Bäder-Sprecherin Martina van der Wehr.

Grundsätzlich entscheide die Badleitung, ob eine Anmietung möglich ist. Dies müsse immer im Voraus geschehen und sei abhängig von der erwartbaren Auslastung. "Man kann also nicht in ein volles Freibad gehen und vor Ort eine ganze Bahn für sich reservieren", sagt die Sprecherin. Genutzt werde das Angebot am ehesten von Schwimmvereinen oder Schülergruppen

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