Hauptstadtflughafen

Tegel leidet noch immer unter Air-Berlin-Pleite

Der Flughafen hat die Insolvenz von Air Berlin noch nicht kompensiert. Schönefeld dagegen zeigt eine gute Bilanz.

Seit Air Berlin Pleite ist, hat sich die Passagierzahl am Flughafen Tegel reduziert (Archiv)

Seit Air Berlin Pleite ist, hat sich die Passagierzahl am Flughafen Tegel reduziert (Archiv)

Foto: Paul Zinken / dpa

Berlin. Die Pleite von Air Berlin ist an den Berliner Flughäfen weiterhin spürbar. Laut aktuellen Verkehrszahlen, die die Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg am Montag veröffentlichte, flogen im ersten Halbjahr dieses Jahres 15,6 Millionen Passagiere ab Schönefeld und Tegel. Das entspricht einem Minus von 4,2 Prozent zum Vorjahreszeitraum.

Besonders Tegel, wo Air Berlin vor der Insolvenz im letzten Jahr ihre Basis hatte, zieht die Statistik nach unten. Dort wurden zwischen Januar und Juni 9,5 Millionen Passagiere gezählt, ein Rückgang um 6,7 Prozent, während es in Schönefeld mit minus 0,1 Prozent nur marginale Schwankungen gab. Tegel erhole sich nur „langsam“, teilte die Flughafengesellschaft mit.

Auch weniger Starts und Landungen in Tegel

Ein ähnliches Bild zeichnet auch die Statistik der Flugbewegungen. In Tegel gab es im ersten Halbjahr 2018 insgesamt 84.000 Starts und Landungen, was einem Rückgang von 5,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Besser lief es in Schönefeld, wo mit 51.000 Flugbewegungen eine Steigerung von 1,4 Prozent erzielt wurde. Besonders deutlich ist auch das unterschiedliche Abschneiden beider Flughäfen in Sachen Luftfracht: In Schönefeld wurden 25,6 Prozent mehr, in Tegel 36,7 Prozent weniger Fracht abgefertigt.

Dass sich Tegel nur langsam erholt, überrascht nicht, schließlich war Deutschlands ehemals zweitgrößte Fluggesellschaft einst für ein Drittel des Passagieraufkommens am Reinickendorfer City-Airport verantwortlich. Die Lufthansa, Easyjet und Raynair stießen anschließen in die entstandene Lücke, können sie bislang aber offenbar nicht schließen.

Kaum Flugausfälle in Schönefeld

Auch bei der Zuverlässigkeit läuft es für Tegel nicht rund. Zwischen 1. Januar und 15. Juni fielen dort 930 von mehr als 43.000 geplanten Abflüge aus, was 2,15 Prozent am Gesamtaufkommen entspricht. Im Vorjahreszeitraum waren es 1,5 Prozent. Das geht aus einer Auswertung des Fluggastrechteportals Flightright hervor. Schönefeld, das im vergangenen Jahr in dieser Statistik deutschlandweit noch führend war, konnte die Zahl der Flugausfälle von 1,65 auf 0,66 Prozent senken. „Schönefeld fällt mit einer sehr niedrigen Ausfallquote positiv auf und nimmt im Vergleich sogar den zweiten Platz bei den deutschen Airpots mit den prozentual wenigsten Ausfällen ein“, heißt es bei Flightright.

In Sachen Pünktlichkeit liegen die Berliner Flughäfen dagegen im Mittelfeld. Sowohl in Tegel als auch in Schönefeld starteten rund 18 Prozent der Flüge mit einer Verspätung von 15 Minuten oder mehr. Die pünktlichsten Flughäfen waren Weeze (Nordrhein-Westfalen), Dortmund und Frankfurt Hahn. Die unpünktlichsten waren Paderborn, Dresden und Leipzig.

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