Berlin

Von Dackeln und Löwen

Eine Hunderasse steht in Lichtenrade im Mittelpunkt eines Weltrekordversuchs

Berlin. Das Ziel dieses Weltrekord-Versuchs war ambitioniert: 666 Kurz-, Lang- und Rauhaardackel wollten die Organisatoren des diesjährigen Dackeltreffens am Sonnabend zusammenbringen. Von 14 bis 18 Uhr wurden dazu Herrchen und Frauchen mit ihren vierbeinigen Lieblingen auf die Dackelranch Lichtenrade gebeten. Am Ende kamen aber nur 159 Hunde – aus Berlin, anderen Teilen Deutschlands und sogar aus dem Ausland. Immer wieder wurden Fotos von den Tieren gemacht. Und bei einem Dackelquiz erfuhr man etwa, dass der Dackel von Kaiser Wilhelm II. Erdmann hieß. An der Liebe zu den Hunden ließ niemand der Besucher einen Zweifel. „Das sind einfach tolle Tiere mit Persönlichkeit“, schwärmt Sabine Hoppenz aus Prenzlauer Berg. Einmal Dackel, immer Dackel: Ihr einjähriger Rüde Alfred sei bereits ihr dritter.

Er habe nicht damit gerechnet, dass es nicht klappen würde, so Organisator Bernd Ehnes. Denn die Resonanz im Vorfeld sei groß gewesen. Das gute Wetter hatte viele Dackelbesitzer aber wohl eher an Berlins Badeseen als nach Lichtenrade verschlagen. „Enttäuscht bin ich aber nicht“, so Ehnes. Im Gegenteil. Immerhin sei der Berliner Rekord gebrochen worden. Und vielleicht gebe es im kommenden Jahr einen zweiten Anlauf.

Ehnes hatte die Idee, nachdem der Weltrekord im März im südenglischen Perranporth Beach geknackt wurde. Dort kamen 601 Dackel zusammen. „Wir haben gedacht: Wenn so ein beschauliches Fleckchen wie Perranporth Beach das schafft, schafft Berlin mindestens 666“, so Ehnes. Ehnes Freundin Judith Schmitt mag die Hunde ebenso: „Sie sind gleichzeitig unglaublich treu und liebenswürdig, aber auch sehr starr- und eigensinnig.“ Vor allem ihr Größenwahn sorge immer wieder für lustige Situationen. „Es heißt immer: Wenn ein Dackel in den Spiegel schaut, sieht er einen Löwen.“