Berlin

Obsternte in der Stadt: Die wichtigsten Fragen

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Giftig oder nicht? Es ist eine Frage, die Magda Zahn immer wieder beantworten muss. Verleitet sie Kinder auf ihren Touren nicht dazu, sich künftig alle möglichen Früchte und Beeren in den Mund zu stopfen – auch solche, die giftig sind? Die „Mundräuberin“ rät, im Zweifel immer mindestens drei Merkmale prüfen, zum Beispiel die Form der Blätter, der Blüte und den Stammwuchs. Sobald man sich in einem Punkt unsicher sei, sollte man die Frucht besser nicht essen.

Umweltbelastung Die „Mundraub“-Expertin rät, keine Früchte zu ernten, die direkt an stark befahrenen Straßen wachsen. Der Abstand sollte mindestens zehn Meter betragen. Weil die Früchte mit Feinstaub bedeckt sein könnten, sollte man sie auf jeden Fall waschen. Obst aus städtischen Parks ist manchmal sogar weniger belastet als auf dem Land. „Ein Stadt-Apfel hat in der Regel weniger Pestizide abbekommen als Früchte neben dem mit Giften belasteten Maisfeld.“

Ist Mundraub Diebstahl? Den Straftatbestand „Mundraub“ gibt es juristisch nicht mehr – dennoch darf man nicht alles ernten. Bei privaten Gärten und Grundstücken braucht man die Genehmigung des Eigentümers – dies gilt auch für Obst, das über Zäune hinauswächst. Auf öffentlichem Grund ist das Ernten zum Eigengebrauch in der Regel gestattet, oft sogar erwünscht. Für eine gewerbliche Ernte im großen Stil braucht man allerdings eine Genehmigung.

Was kann man jetzt ernten? Jetzt oder demnächst reif sind Heidelbeeren, Brombeeren oder Holunderbeeren. Auch Mirabellen und Pflaumen haben Saison, die oft an Wegrändern gepflanzt werden. In Rabatten zu findet sind auch Sanddorn und die sogenannte Apfelbeere (Aronia). Der Strauch wird wegen der schönen Herbstfärbung der Blätter gern als Rabatten genommen. Doch die Beeren haben ein herb-süßes Aroma, das sich gut für Saft oder Marmelade eignet.