Ende der Durchsage

Die BVG bittet wegen der Morgenpost jetzt um Entschuldigung

Lorenz Vossen
Eine U-Bahn fährt vor dem Bahnhof Möckernbrücke am Technikmuseum vorbei

Eine U-Bahn fährt vor dem Bahnhof Möckernbrücke am Technikmuseum vorbei

Foto: dpa Picture-Alliance / Soeren Stache / picture alliance / Soeren Stache

In Durchsagen bat die BVG bei Verspätungen bisher "um Verständnis". Auf Anregung der Berliner Morgenpost ändert sich das nun.

Berlin.  Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben Turnschuhe mit Jahresticket verkauft, sie haben ihre Ist-mir-egal-Attitüde zum Leitmotiv gemacht und damit einen Preis nach dem anderen abgeräumt. Kommunikationsweltmeister BVG. Einer cleveren Werbeagentur sei Dank.

Leider hat die BVG aber über Jahre versäumt, jenen gegenüber den richtigen Ton anzuschlagen, die für sie eigentlich am wichtigsten sind: den Fahrgästen. Die wurden bei Störungen, Ausfällen und Sperrungen bislang nämlich immer mit dem Hinweis abgespeist, doch bitte Verständnis zu haben.

Wofür sollen wir Verständnis haben

Nur: Verständnis wofür? Dass Senat und BVG es verbaselt haben, neue Wagen zu bestellen? Dass es nicht genügend Fahrer gibt und deshalb Fahrten ausfallen? Und überhaupt: Bei den Touristen geht es doch auch. Denen wird nämlich auf Englisch gesagt: „Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten.“

Angeregt von Morgenpost-Redakteur Sebastian Geisler, der in einem Artikel darum bat, von der BVG doch bitte nicht mehr um sein Verständnis, sondern um Entschuldigung gebeten zu werden, ändern die Verkehrsbetriebe ab dem heutigen Freitag ihre Durchsagen. „Wir bitten um Entschuldigung“, heißt es dann, wenn eine U-Bahn ausfällt. „Wir haben nicht gewusst, dass wir im Englischen netter sind als im Deutschen“, sagt BVG-Sprecherin Petra Reetz. Keine Ursache.

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