Fahndungserfolg

Bombenalarm in Schule und Raststätten: Verdächtiger gefasst

Ein 28-Jähriger hatte in einer Schule in Wittenau und an mehreren Raststätten Bombenalarm ausgelöst. Jetzt fasste die Polizei den Mann.

Einsatzkräfte unweit der Schule in Wittenau

Einsatzkräfte unweit der Schule in Wittenau

Foto: Paul Zinken/dpa

Berlin.  Zwei Wochen nach einem Bombenalarm an der Schule am Park im Reinickendorfer Ortsteil Wittenau haben die Behörden einen Verdächtigen ermittelt. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft mitteilte, hat der 28 Jahre alte Berliner bei seiner Vernehmung durch die Kriminalpolizei eingeräumt, er habe am 29. Juni gegen 7.30 Uhr in der Schule angerufen und angekündigt, gegen 8 Uhr werde dort eine Bombe explodieren.

Dem Verdächtigen sei man durch die Auswertung von Telefonverbindungsdaten auf die Spur gekommen, teilte der Sprecher weiter mit. Da die Behörden einen Zusammenhang zwischen der Bombendrohung gegen die Wittenauer Schule und Anrufe bei den Autobahnraststätten Stolper Heide, Oberkrämer und Linumer Bruch im Landkreis Oberhavel von Anfang an nicht ausgeschlossen hatten, wurden die Ermittlungen der Polizeibehörden Berlin und Brandenburg in enger Abstimmung zwischen der Generalstaatsanwaltschaft Berlin und der Staatsanwaltschaft Neuruppin geführt. Auch den Raststätten hatte der 28-Jährige jeweils in den frühen Morgenstunden mit der Zündung eines Sprengsatzes angedroht.

Keine Hinweise auf politisches Motiv

Wie der Justizsprecher weiter mitteilte, ergaben weder die Vernehmung des 28-Jährigen noch die richterlich angeordnete Durchsuchung seiner Wohnung Hinweise auf ein politisches Motiv. Materialien zum Bau von Sprengkörpern seien ebenfalls nicht gefunden worden. Vermutlich seien Ärger und persönliche Probleme des Mannes Anlass für die Anrufe gewesen, eine tatsächliche Gefahr habe somit wohl nicht bestanden, hieß es aus Ermittlerkreisen.

Gegen den Mann wird jetzt wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten ermittelt. Da keine Haftgründe vorliegen, wurde der 28-Jährige nach Vernehmung und erkennungsdienstlicher Behandlung wieder entlassen.

Die Behörden haben allerdings rechtliche Möglichkeiten, dem 28-Jährigen die Einsätze in Rechnung zu stellen. In allen Fällen mussten die bedrohten Einrichtungen evakuiert werden, anschließend erfolgten stundenlange Suchen durch Sprengstoffexperten und Spürhunde. Zur Person des ermittelten Täters machten Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch keine näheren Angaben.

Mehr zum Thema:

Nach Drohanruf an Schule in Wittenau gibt Polizei Entwarnung

Erneut Raststätte wegen Bombendrohung gesperrt

Nach Bombendrohung: Autobahnraststätte evakuiert

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.