Altersvorsorge

Film-Mitarbeitern in Berlin droht laut Studie Altersarmut

Eine Studie hat gezeigt: Die Vorsorge von Film- und Fernseh-Beschäftigten reicht nicht aus. Die Linke fordert eine bessere Bezahlung.

Nur jeder Dritte kann von den Einnahmen seiner Kerntätigkeit in der Film- und Fernsehbranche leben

Nur jeder Dritte kann von den Einnahmen seiner Kerntätigkeit in der Film- und Fernsehbranche leben

Foto: Patrick Pleul / picture alliance / dpa

Berlin. Beschäftigte der Film- und Fernsehbranche in Berlin und Brandenburg sorgen nur unzureichend für das Alter vor. Das geht aus einer repräsentativen Studie hervor, die von den Linke-Fraktionen aus den beiden Landesparlamenten in Auftrag gegeben wurde. Demnach sehen rund 60 Prozent der Befragten ihre bestehende Altersvorsorge als nicht ausreichend an. Sieben Prozent der Studienteilnehmer gaben an, derzeit gar nicht für das Alter vorzusorgen. Befragt wurden bundesweit 3827 Personen, 1215 Befragte hatten ihren Wohnsitz in Berlin und 99 in Brandenburg.

Für die unzureichende Vorsorge im Alter sei vor allem die Bezahlung verantwortlich. Nur jeder Dritte Beschäftigte in der Film- und Fernsehbranche könne vollständig von den Einnahmen aus seiner Kerntätigkeit leben. Fast 70 Prozent der Befragten seien auf zusätzliche Einkommensquellen innerhalb und außerhalb der Film- und Fernsehproduktionswirtschaft angewiesen. Die Linksfraktionen fordern nun eine tarifliche Bezahlung aller Beschäftigten und eine Stärkung der Systeme für die Altersvorsorge. Aufträge von Fernsehanstalten sollten nur unter Garantie einer korrekten sozialversicherungsrechtlichen Beschäftigungsform vergeben werden, sagte der medienpolitische Sprecher der Brandenburger Linke-Fraktion, Volkmar Schöneburg, am Dienstag in Potsdam.

Hauptstadt-Region bei Bezahlung auf Rang zwei

Die medienpolitische Sprecherin der Berliner Linke-Fraktion, Anne Helm, verwies darauf, dass Frauen in der Branche durchschnittlich noch einmal 31 Prozent weniger verdienten als ihre männlichen Kollegen. Zudem herrsche in der Branche hoher Stress mit Überstunden, die eine Vereinbarkeit mit einem Familienleben erschwerten. Bei der Vergabe von Fördermitteln an Film- und Fernsehprojekte werde die Linke künftig auf sozialen Arbeitsbedingungen, die auch eine Altersvorsorge ermöglichen, bestehen, kündigte Helm an, die selbst als Synchronsprecherin tätig ist.

Laut Studie liegen Mitarbeiter der Film- und Fernsehbranche in Berlin und Brandenburg im bundesweiten Vergleich der Jahresdurchschnittseinkommen auf Rang zwei. Beschäftigte in der Hauptstadtregion verdienen rund 39.000 Euro im Jahr. Besser bezahlt werden nur Mitarbeiter in Hamburg und Schleswig-Holstein (41.000 Euro). Mitarbeiter in Baden-Württemberg (33.500 Euro) und Bayern (31.300 Euro) liegen dahinter. Am schlechtesten wird mit durchschnittlich 27.400 Euro in Mitteldeutschland bezahlt. 26 Prozent der Studienteilnehmer sind demnach angestellt beschäftigt. Jeder Dritte übt seine Tätigkeit allerdings freiberuflich aus. Die Studienautoren gehen davon aus, dass in den meisten Fällen aber doch eine abhängige Beschäftigung vorliegt, weil Produktionsfirmen beispielsweise Zeit- und Drehpläne vorgeben.

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