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Prozessauftakt

Prozess um Überfall auf Späti beginnt mit Teilgeständnis

Ein Mann und zwei Frauen standen am Montag wegen schwerer räuberischer Erpressung mit Todesfolge und Beihilfe vor Gericht.

Am Montag Ein Mann und zwei Frauen standen am Montag vor Gericht.

Foto: Uli Deck / dpa

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Berlin. Acht Monate nach einem Raubüberfall mit tödlichem Ausgang in Wilmersdorf hat vor dem Landgericht Moabit am Montag der Prozess gegen drei der fünf mutmaßlichen Täter begonnen.

Ein 23 Jahre alter Mann muss sich wegen schwerer räuberischer Erpressung mit Todesfolge verantworten, zwei 18- und 19-jährige Frauen wird Beihilfe vorgeworfen. Zwei weitere Täter sind untergetaucht, einer von ihnen war zum Tatzeitpunkt bereits seit Langem ausreisepflichtig. Der 23-Jährige schwieg zu den Vorwürfen, die beiden Mitangeklagten legten Teilgeständnisse ab.

Das geschah am Abend des 5. November

Laut Anklage beschloss die fünfköpfige Gruppe am Abend des 5. November 2017, die Inhaberin eines Spätkaufs an der Bundesallee zu überfallen. Die 53-Jährige leistete allerdings Gegenwehr und rief ihren 21-jährigen Sohn zu Hilfe. Der bezahlte den Einsatz für seine Mutter mit dem Leben, einer der untergetauchten Beteiligten tötet ihn mit einem gezielten Messerstich in den Hals.

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft ging die Initiative zu dem Raubüberfall maßgeblich von dem Angeklagten Hussein R. aus, der auch das Fluchtauto steuerte. Die beiden jungen Frauen sollen den Tatort zuvor ausgespäht und die Tat abgesichert haben.

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Die 19-jährige Mitangeklagte gestand ihre Tatbeteiligung ein. („Wir wollten uns einen schönen Abend machen.“) Hussein R. habe von einer „einfachen Sache“ gesprochen, da in dem Laden nur eine kleine und zierliche Frau sei. Die 19-Jährige beteuerte, sie habe nicht gewusst, dass der untergetauchte Haupttäter ein Messer dabeigehabt habe. „Es war nur von Geld wegnehmen die Rede, nicht von Gewalt“, sagte sie.

Fünf Verhandlungstage angesetzt

Für den Prozess sind fünf Verhandlungstage angesetzt, fortgesetzt wird er am 12. Juli. Vater, Bruder und Schwester des Getöteten treten als Nebenkläger auf, die überfallene Mutter nicht. Sie erlitt nach der Tat einen Schlaganfall und ist seither ein Pflegefall.

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