Stadtautobahn

Staustelle Stadtautobahn: Zwei Vollsperrungen seit Sonntag

Die Rudolf-Wissell-Brücke wird seit Sonntag saniert. Die Arbeiten dauern insgesamt sieben Wochen an. Staus sind programmiert.

Ab Sonntag gibt es zwei Vollsperrungen auf der Stadtautobahn.

Ab Sonntag gibt es zwei Vollsperrungen auf der Stadtautobahn.

Foto: dpa Picture-Alliance / Robert Schlesinger / picture alliance / Robert Schles

Berlin. Einen Vorgeschmack haben Berlins Autofahrer bereits in dieser Woche erhalten: Weil zwei Brücken repariert werden müssen, steht den Fahrzeugen auf der Stadtautobahn (A 100) zwischen den Anschlussstellen Detmolder Straße und Innsbrucker Platz nur noch eine Fahrspur pro Richtung zur Verfügung. Die Folge: Autofahrer standen bei teils glühender Hitze bis zu einer Stunde im Stau. In gut einer Woche soll der Engpass wieder verschwunden sein, heißt es bei der Senatsverkehrsverwaltung.

A 100 in Richtung Norden ab 18 Uhr voll gesperrt

Doch die nächste Staufalle zeichnet sich schon ab. Am Sonntag beginnt die Bundesbaugesellschaft Deges mit weiteren Sanierungsarbeiten an der Rudolf-Wis­sell-Brücke. Das Bauwerk ist mit insgesamt 932 Metern nicht nur Berlins längste Straßenbrücke, dieser Abschnitt der A 100 gilt zudem als der am drittmeisten befahrene Autobahnabschnitt Deutschlands.

Bis zu 185.000 Fahrzeuge werden pro Tag gezählt, darunter viele schwere Lkw. Die Fahrer müssen sich für die nächsten sieben Wochen auf mehr Wartezeit oder neue Routen durch die Stadt einstellen.

Los geht es gleich mit zwei Vollsperrungen. Die erste betrifft nur die Fahrtrichtung Nord (Richtung Autobahndreieck Charlottenburg). Ab Sonntagabend 18 Uhr bis zum nächsten Morgen 5 Uhr kann die A 100 zwischen Messedamm und Jakob-Kaiser-Platz sowie Heckerdamm (A 111) nicht passiert werden. Anschließend stehen in diesem Bereich nur noch zwei statt drei Fahrspuren zur Verfügung.

In der darauffolgenden Nacht wird die Stadtautobahn in diesem Bereich in beiden Richtungen voll gesperrt. Bis dahin soll die Baustelleneinrichtung abgeschlossen sein. Den Autos stehen dann in beiden Richtungen nur noch zwei Fahrstreifen zur Verfügung, wobei die jeweils linke Spur wegen ihrer geringen Breite nicht mehr von Lkw genutzt werden darf.

Eine weitere Einschränkung: Lkw mit einem Gesamtgewicht von über 3,5 Tonnen, die aus Richtung Wedding kommen, dürfen nicht mehr direkt auf die A 100 fahren. Sie werden ab Beusselstraße über den Saatwinkler Damm zur A 111 geführt und können erst dort auf die Autobahn auffahren.

Sieben Millionen Euro teure Bauarbeiten

Am 24. August sollen die rund sieben Millionen Euro teuren Bauarbeiten abgeschlossen sein. Die Erfahrungen aus der Sanierung der Nordfahrbahn im vorigen Sommer zeigen: Die Arbeiten sind stark wetterabhängig, die Sperrung kann bei günstigen Verlauf auch eher beendet sein.

Die 1961 eröffnete und nach dem einstigen SPD-Reichsarbeitsminister und Widerstandskämpfer gegen die NS-Diktatur Rudolf Wissell (1869–1962) benannte Autobahnbrücke gilt schon seit Langem als Sanierungsfall.

Das von zwölf Stützen getragene Bauwerk war nicht für die heute darüber fahrenden schweren Laster konzipiert, Erschütterungen und eindringendes Tauwasser greifen immer stärker die Konstruktion an. Bis zu 30 Mal im Jahr müssen Reparaturkolonnen ausrücken, um Schadstellen auszubessern. Bereits vor einiger Zeit kamen Experten zu dem Schluss, dass die Brücke durch einen kompletten Neubau ersetzt werden muss.

Dieser gilt als kompliziert und aufwendig. Im Mai stellte der Senat den Sieger-Entwurf für einen voraussichtlich 200 Millionen Euro teuren Ersatzbau vor. Mit dem Baubeginn ist allerdings nicht vor 2023 zu rechnen. Damit die Brücke bis dahin durchhält, werden die Fahrbahnen noch einmal saniert.

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