Berlin

Beuth-Hochschule lässt Namensgeber überprüfen

Die Beuth-Hochschule für Technik hat eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die einen Diskurs über den Namensgeber Christian Peter Wilhelm Beuth (1781–1853) anstoßen soll. Er gilt bislang vor allem als „Vater der Ingenieurwissenschaften“. Zwei von der Hochschule beauftragte Historiker hätten jedoch Dokumente gefunden, in denen sich Beuth antisemitisch geäußert habe, sagt Monika Jansen, Sprecherin der Hochschule. „Das können wir nicht tolerieren“, sagt Jansen. An der öffentlichen Hochschule studierten 118 Nationen, der Fall müsse aufgearbeitet werden. Geprüft werde in diesem Zusammenhang auch eine Umbenennung der Hochschule.

Belege dafür, dass Beuth als Antisemit wahrgenommen werden kann, sind nach Auskunft der Hochschule seine judenfeindlichen Äußerungen in einer Rede der Deutschen Tischgesellschaft sowie Bestrebungen in seiner Funktion im Staatsrat Preußens zur Vereinheitlichung der Gesetzgebung gegenüber Juden in den altpreußischen Gebieten und den seit 1815 zum Königreich gelangten Territorien, an denen er beteiligt war. Die Arbeitsgruppe, in der Fachwissenschaftler der Hochschule und Mitglieder von Vereinen vertreten sind, soll ein erster Schritt der Aufarbeitung sein.