Kriminalität

27 Einbrüche auf Polizei-Gelände für sichergestellte Autos

Auf zwei Geländen deponiert die Berliner Polizei sichergestellte Fahrzeuge. Seit Sommer 2017 werden sie bewacht - aus gutem Grund.

Fahrzeuge stehen auf dem Gelände zur „Verwaltung sichergestellter Fahrzeuge“ an der Belziger Straße in Schöneberg. Immer wieder kam es zu Einbrüchen

Fahrzeuge stehen auf dem Gelände zur „Verwaltung sichergestellter Fahrzeuge“ an der Belziger Straße in Schöneberg. Immer wieder kam es zu Einbrüchen

Foto: Paul Zinken / dpa

Berlin. Die beiden Gelände der Berliner Polizei für sichergestellte Fahrzeuge sind häufiger von Einbrechern heimgesucht worden als bisher bekannt war. 27 Fälle von Einbrüchen und verbotenem Betreten erfasste die Polizei seit 2012, wie die Senatsinnenverwaltung auf eine Anfrage des SPD-Abgeordneten Tom Schreiber mitteilte. Erst seit Sommer 2017 gibt es auf dem Gelände an der Belziger Straße in Schöneberg einen Wachschutz. Seit Dezember 2017 gilt das auch für die Cecilienstraße im Ortsteil Biesdorf in Hellersdorf.

Der aufsehenerregendste Fall eines derartigen Einbruchs ereignete sich vor einem Jahr, am 5. Juli 2017, an der Belziger Straße. Damals gab es noch keinen Wachschutz, was die Täter ausnutzten. Sie stiegen in das Gelände ein und versprühten Schaum aus einem Feuerlöscher in einem Auto, das nach einem illegalen Rennen beschlagnahmt worden war. Das Auto hatten sie vorher beim spektakulären Diebstahl einer millionenschweren Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum genutzt. Mit dem Schaum wollten sie Spuren beseitigen. Das misslang, die Polizei fand trotzdem Goldreste in dem Wagen. Eine Woche nach dem Vorfall nahm sie vier Männer fest.

SIchergestellte Fahrzeuge gestohlen

2017 gab es noch einen weiteren Einbruch an der Belziger Straße. Die anderen 25 Fälle spielten sich alle in Biesdorf ab, allein 10 davon im vergangenen Jahr. Einmal versuchte ein Mann, einen beschlagnahmten Wohnwagen aufzubrechen. Im Oktober 2017 stahlen Täter in zwei Fällen Autos, die von der Polizei sichergestellt und auf dem großen Gelände aufbewahrt worden waren.

Die Polizei stellt dort viele Fahrzeuge nach Unfällen oder Straftaten ab, etwa um Spuren zu sichern. Auch Fahrzeuge, bei denen der Verdacht erheblicher technischer Mängel vorliegt, können sichergestellt werden.

Erst einige Wochen nach dem Vorfall mit dem Feuerlöscher beauftragte die Polizei ab dem 14. August 2017 eine Firma mit der Bewachung des Geländes in Schöneberg. In Biesdorf gibt es seit dem 28. Dezember 2017 einen Wachschutz. In Biesdorf wird gerade eine große Halle für die Fahrzeuge gebaut. 2020 soll sie fertig sein. Dann wird das Gelände in Schöneberg geschlossen.

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