Nach WM-Aus

Nichts los auf der Berliner Fanmeile: AfD will Schließung

Nach dem Ausscheiden des deutschen Teams herrscht auf der Berliner Fanmeile gähnende Leere. Die AfD fordert den sofortigen Abbau.

Nichts los auf der Fanmeile nach dem Ausscheiden der deutschen Mannschaft

Nichts los auf der Fanmeile nach dem Ausscheiden der deutschen Mannschaft

Foto: Sergej Glanze

Berlin.  Die Fanmeile vor dem Brandenburger Tor in Berlin lebt weiter - doch nach dem Aus für die deutsche Fußball-WM-Mannschaft auf niedrigem Niveau. Knapp 1000 Fans schauten sich am Montag das Spiel zwischen Brasilien und Mexiko an, wo sich sonst Zigtausende Fußballfans zwischen Leinwänden und Imbissbuden drängeln.

Bei dem Südamerika-Klassiker waren es bei sommerlichen Temperaturen auch vorwiegend Anhänger beider Mannschaften in entsprechenden Trikots, die auf dem Boden sitzend das Achtelfinale verfolgten. Deutsche Fußballfans waren eher selten zu sehen. Auch die Stimmung sprudelte nicht über. Nur bei den zwei Toren für Brasilien brandete kurzer Jubel auf.

AfD fordert "staufreien Start in die Sommerferien"

Die Berliner AfD-Fraktion will nach dem Aus des deutschen Teams die Fanmeile am liebsten sofort dicht machen. Der sportpolitische Sprecher der AfD, Frank Scheermesser, sagte dem Sender RBB, es sei „absolut unwirtschaftlich, für ein paar hundert Gäste“ bis zum Ende der Weltmeisterschaft eine der Hauptverkehrsachsen Berlins zu sperren. Deshalb solle – wenn vertraglich möglich – die Fanmeile am 17. Juni sofort abgebaut werden. Er fordert einen staufreien Start in die Sommerferien.

Standbetreiber wollen ausharren

Auch den Imbiss-, Bierbuden- und Fahrgeschäftebetreibern hat das frühe Aus der deutschen Mannschaft die Stimmung verhagelt. Das Geschäft für sie läuft wesentlich schlechter als erhofft. Der Verkäufer an einem Bierstand ganz in der Nähe des Brandenburger Tors vor der größten Leinwand rechnete vor, dass er gerade 50 Kunden während des gesamten Spiels hatte.

Aber aufgeben wollen die Betreiber der Stände auf der Fanmeile nicht. Die Angestellte an einem Eisstand weiter hinter sagte: „Mein Chef akzeptiert eine Schließung nicht. Wir haben die Standmiete für vier Wochen bezahlt, und dann wollen wir auch vier Wochen bleiben.“

Der Betreiber teilte mit, die Fanmeile bleibe definitiv bis zum Ende der WM geöffnet. Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos) stimmte dem unter Vorbehalt zu. Sollte aber „gähnende Leere“ herrschen, sagte Günther dem RBB, müsste man die Entscheidung noch einmal überdenken. Der Veranstalter könnte dann möglicherweise Entschädigungsansprüche geltend machen.

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