Neue App

Alle Berliner Badestellen auf einen Klick

Ab sofort kann sich jeder online und mobil über die Qualität des Wassers an den 39 Messstellen informieren.

Berlin. Wassertemperatur 21,9 Grad, Sichttiefe 1,80 Meter, Wasserqualität im grünen Bereich, dazu Restaurant, Imbiss, Parkplatz und ein mobiles WC – so sieht es derzeit an der Badestelle am Schlachtensee am Elvirasteig Ecke Schillerstraße aus. Zu erfahren ist das ab sofort mit zwei Klicks. Am Montag wurde eine neue Web-Anwendung vorgestellt, die die Berliner Wasserbetriebe in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso), dem Kompetenzzentrum Wasser Berlin und der Technologie-Stiftung entwickelt haben. Unter www.badegewaesser-berlin.de sind alle 39 Badestellen und ihre aktuellen Daten zur Wasserqualität aufgelistet.

Zum Ferienstart sind die Aussichten gut: Auf der Übersichtskarte der Berliner Badeseen gibt es 38 grüne Wassertropfen und nur einen gelben. Das heißt: 38 Badestellen an Seen und Flüssen haben eine so gute Wasserqualität, dass sie zum Baden geeignet sind. Nur am Flughafensee in Reinickendorf wird vom Baden abgeraten. Die gute Nachricht: Kein einziger See wurde rot markiert – das würde bedeuten: Baden verboten.

Warum es derzeit am Flughafensee zu einer erhöhten Anzahl von Bakterien kommt, kann nicht eindeutig beantwortet werden. Regina Gnirß, Leiterin Forschung und Entwicklung, vermutet, dass die letzte Messung kurz nach einem Regenguss gemacht wurde – das könnte sich auf die Wasserqualität auswirken. Noch in dieser Woche seien aber Nachkontrollen veranlasst. Im Normalfall lässt das Lageso alle 14 Tage die Qualität der Badegewässer überprüfen. Besteht aber ein besonderes Risiko der Verschmutzung, zum Beispiel wenn Spree oder Havel Wasser aus Berliner Regenwasserkanälen mit sich führen und in die Badegewässer einleiten, wird im wöchentlichen Rhythmus kontrolliert.

Das ist vor allem an Flussbadestellen wie zum Beispiel am Grunewaldturm und an der Unterhavel/Kleine Badewiese der Fall. Beide haben einen direkten Kontakt zur Havel. „Das Problem ist, dass die Verschmutzung durch Regenwasser erst nach einer gewissen Zeit zu messen ist“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Berliner Wasserbetriebe, Jörg Simon. Ab sofort lässt sich das schneller und genauer vorhersagen.

Daten erlauben Prognose über mögliche Verschmutzung

Dafür wurden Daten, wie Fließrichtung und -geschwindigkeit, von fünf Jahren ausgewertet. Aufgrund dieser Daten kann jetzt vorab eine Prognose über eine mögliche Verschmutzung erstellt werden. Warnung und Entwarnung erscheinen somit schneller auf der neuen Übersichtskarte. Bislang ist das allerdings nur für die beiden Badestellen an der Havel möglich. Es solle aber auf andere Flussbadestellen ausgeweitet werden, sagt Regina Gnirß. Badestellen, die nicht an Flüssen lägen, würden ihren Zustand nicht von einem Tag auf den anderen verschlechtern.

Für die Berliner und ihre Gäste sei es wichtig zu wissen, wo sie ohne gesundheitliche Bedenken baden können, sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kolat (SPD) bei der Vorstellung der Web-Anwendung. Gut sei, dass die Information über die Wasserqualität künftig auch online und mobil noch besser abrufbar ist.

Haben sich damit auch die Chancen für ein Flussbad vor der Museumsinsel erhöht? „Wir unterstützen die Idee nicht“, sagt Daniel Sagebiel, Referatsleiter im Lageso. Es gebe dort keine Badestelle und die Wasserqualität könne in der Spree auch nicht sichergestellt werden. Zudem sei an der Stelle auch Schiffsverkehr zugelassen. Dazu komme, dass aus vielen Kanälen Wasser eingeleitet werde. Deshalb sehe er es von gesundheitlicher Seite eher kritisch.

Die Berliner Morgenpost hat eine Karte der besten Badestellen unter: „interaktiv.morgenpost.de/badestellen-berlin-brandenburg“