Berlin

Bombendrohung an Schule in Wittenau

Schock für Schüler und Eltern am Tag des Schulfestes

Berlin. Nach einer anonymen Bombendrohung an einer Schule in Wittenau war die Polizei am Freitag mit bis zu 200 Kräften über Stunden im Einsatz. Am Freitagnachmittag gab es dann gegen 15 Uhr Entwarnung. Spezialhunde hatten in der leeren Schule nichts Verdächtiges gefunden, wie die Polizei per Twitter mitteilte. Die Sperrungen wurden aufgehoben. „Danke für Ihre Geduld“, twitterte die Behörde.

Der Drohanruf sei am Morgen gegen 7.30 Uhr noch vor Unterrichtsbeginn in der Schule eingegangen, sagte ein Polizeisprecher. Beamte riegelten das Gebäude in einem Umkreis von 300 Metern ab. Anwohner mussten vorübergehend ihre Häuser verlassen. Eine benachbarte Kita wurde evakuiert. Insgesamt waren mehrere Hundert Menschen betroffen.

Nach dem Anrufer werde gesucht, sagte der Sprecher. Ermittlungen wegen Störungen des öffentlichen Friedens durch Androhen von Straftaten seien eingeleitet worden. Ob die Drohung möglicherweise auf das Konto eines Schülers geht, blieb offen. Die Polizei wollte sich zu einer solchen „Spekulation“ nicht äußern. Ein Sprecher warnte aber: „Das ist kein Spaß.“ Es gehe auch um die Kosten eines solchen Polizeieinsatzes.

Lehrer, Schüler und Eltern der Schule am Park am Eichborndamm werden diesen Freitag so schnell nicht vergessen. Eigentlich wollte die Förderschule mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung Schulfest feiern, viele der Kinder hatten sich darauf gefreut. Doch daraus wurde nichts. Konrektorin Martina Fritze sagte der Berliner Morgenpost über den Moment, als der Anruf kam: „Das war schon sehr bedrohlich. Ich habe dann sofort die Polizei angerufen, und wir haben dafür gesorgt, dass keiner mehr in die Schule hineingeht“, erzählt Fritze. „Die Kinder, die von den Eltern gebracht wurden, haben wir gleich wieder gebeten, nach Hause zu fahren.“

Die Polizei evakuierte zusammen mit den Lehrern die Schule über einen Seitendurchgang zum Göschenpark. Dort sammelten sich auf dem Spielplatz die verbliebenen 51 Kinder sowie Betreuer und Eltern. Die teils geistig- und körperlich behinderten Schüler kletterten und schaukelten ausgelassen auf den Spielgeräten. „Wir sind natürlich sehr angespannt, aber unser Team hat super reagiert. Ich habe ganz tolle Lehrkräfte, die mit Notsituationen gut umgehen können – und eben auch mit dieser. Ich bin ganz stolz“, sagte Konrektorin Fritze.

Sprengstoffhunde konnten in der Schule nichts finden

Vier Sprengstoffspürhunde sowie Beamte durchsuchten die Schule. Am Nachmittag gab es Entwarnung: „Die Absuche der Schule am Park verlief ergebnislos“, sagte eine Polizeisprecherin. „Wir haben nichts gefunden.“ Im Umfeld der Schule kam es zu massiven Behinderungen im Straßenverkehr und im öffentlichen Personennahverkehr. Bis etwa 15 Uhr herrschte Verkehrschaos auf den Straßen in den Ortsteilen Wittenau, Tegel, Waidmannslust und Märkisches Viertel.