Berlin

Arbeitslosenquote in Berlin so gering wie vor dem Mauerfall

In Berlin ist die Arbeitslosenquote zum ersten Mal wieder gesunken. Die Fachkräftesicherung bleibt deshalb das Topthema.

In Berlin ist die Arbeitslosenquote gesunken.

In Berlin ist die Arbeitslosenquote gesunken.

Foto: Matthias Schrader / picture-alliance / dpa/dpaweb

Berlin. Die Arbeitslosenquote in Berlin ist zum ersten Mal seit dem Mauerfall unter acht Prozent gesunken. Im Juni lag die Erwerbslosenquote bei 7,9 Prozent, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Freitag mitteilte. Das sind 0,9 Prozentpunkte weniger als vor einem Jahr und ein Rückgang von 0,2 Punkten im Vergleich zum Mai. Bei den Arbeitsagenturen und Jobcentern waren im Juni 153.469 Arbeitslose gemeldet, 3317 Frauen und Männer weniger als im Mai und 12.670 weniger als im Juni 2017.

Der Geschäftsführer der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg, Bernd Becking, sprach von sehr erfreulichen Daten. „Lange Zeit musste die Stadt einen steinigen Weg der wirtschaftlichen Erneuerung gehen, der aber nun zu Erfolgen führt.“ Das sehe man an der Beschäftigung. In den vergangenen fünf Jahren sei die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um rund eine Viertelmillion gestiegen. „Derzeit entstehen in der Hauptstadt an jedem Arbeitstag im Schnitt mehr als 200 neue Stellen“, sagte Becking. Die Fachkräftesicherung bleibe deshalb das Topthema.

Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen im Land Berlin betrug im Juni 25.399, das waren 1230 mehr als im Juni 2017. Auf dem Lehrstellenmarkt sind nach Worten von Becking „noch einige Tausend Ausbildungsplätze in der Region unbesetzt – vom Fachinformatiker über den Mediengestalter bis zur Fachkraft für Lagerlogistik“. Jetzt kurz vor den Sommerferien sollte sich jeder Jugendliche einen Ruck geben und seine Lehrstelle klarmachen, appellierte er.

Auch Brandenburg zeigt erfreuliche Zahlen

Auch in Brandenburg ist die Entwicklung positiv. Die Zahl der Arbeitslosen sank dort im Juni noch stärker als im Frühsommer üblich. Rund 80.100 Menschen waren arbeitslos gemeldet – das waren etwa 2100 weniger als im Mai, wie die Bundesagentur für Arbeit am Freitag mitteilte. Schaut man ein Jahr zurück, gibt es im Vergleich fast 9000 Erwerbslose weniger.

„Die Zahl der Arbeitslosen ist wie in Berlin auf den tiefsten Stand seit 1991 gefallen“, sagte Becking laut Mitteilung. Die Arbeitslosenquote liegt in Brandenburg nun bei 6,0 Prozent, das sind 0,7 Prozentpunkte weniger als vor einem Jahr. Die gute Wirtschaftslage bringt in vielen Bundesländern mehr Arbeit. In Brandenburg sei die Arbeitslosigkeit innerhalb von fünf Jahren um ein Drittel zurückgegangen, stellte Becking fest. Gleichzeitig stieg die Zahl der Beschäftigten. Firmen suchen auch weiterhin Mitarbeiter, etwa Klempner, Heizungstechniker oder Altenpfleger.

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