Berlin

Berliner Polizei zeichnet zwei junge couragierte Helfer aus

Ein 18-Jähriger und ein 13-Jähriger verhinderten einen Raubüberfall am Alexanderplatz. Jetzt bekamen sie dafür eine Urkunde vom Polizeidirektor.

Robin List, Patrick Kettner und Abschnitt-Leiter Rene Behrendt.

Robin List, Patrick Kettner und Abschnitt-Leiter Rene Behrendt.

Foto: Reto Klar

Berlin.  Sie haben keine Sekunde gezögert, als ein Mensch in Not war. Beherzt schritten Patrick Kette (18) und Robbin List (13) ein, verhinderten so einen Raub im U-Bahnhof Alexanderplatz und trugen auch wesentlich zur Festnahme des Täters bei. Dafür wurden sie am Donnerstag von René Behrendt, dem Leiter des zuständigen Polizeiabschnitts 32, ausgezeichnet. Der Polizeidirektor überreichte ihnen eine Urkunde und – für junge Männer möglicherweise noch viel wichtiger – einen Gutschein für ein Elektronikgeschäft.

Am 16. Februar dieses Jahres beobachteten der 13-Jährige und der junge Mann, wie ein kräftiger Mann versuchte, einem Obdachlosen seinen Rucksack zu entreißen. Patrick und Robbin eilten hinzu und forderten den Täter laut und entschieden auf, den Rucksack loszulassen. Und tatsächlich, der Mann ließ von seinem Opfer ab und flüchtete aus dem Bahnhof. Anschließend suchten die couragierten Helfer mit dem Obdachlosen die Wache am Alexanderplatz auf, um den versuchten Raub zu melden. Als sie anschließend in Begleitung zweier Beamter zurück zum Tatort gingen, entdeckten sie den verhinderten Räuber, der dort seelenruhig auf einer Bank saß. Die Polizisten mussten ihn dank der guten Vorarbeit von Patrick und Robbin nur noch festnehmen.

Die beiden mutigen Helfer hätten nicht nur couragiert, sondern vor allem auch besonnen gehandelt, ohne sich in eine riskantes Abenteuer, etwa eine Auseinandersetzung mit dem wesentlich kräftigeren Täter zu begeben, lobte Behrend das Vorgehen des Duos. „Sie haben genauso gehandelt, wie die Polizei es in solchen Fällen empfiehlt, das war vorbildlich“, sagte der Abschnittsleiter.

Ausgezeichneter Helfer will zur Polizei

Mit Patrick Kette ehrte der Polizeidirektor möglicherweise einen künftigen Kollegen. Er habe sich bei der Polizei beworben und warte jetzt auf das Aufnahmeverfahren, verriet der 18-Jährige am Rande der kleinen Zeremonie vor der Wache auf dem Alexanderplatz. „Den Grundstein für eine erfolgreiche Laufbahn bei uns hat er damit schon einmal gelegt“, sagte Behrendt. Robbin List hat ähnliche Berufswünsche. Die gelten allerdings nicht der Polizei, sondern der Feuerwehr. Beide sind bereits seit Langem bei der Jugendfeuerwehr aktiv.

Angst habe er keinen Moment gehabt am 16. Februar, versicherte Patrick. Wie auch der 13-jährige Robbin greift er nach seinen eigenen Worten grundsätzlich immer ein, wenn jemand Hilfe braucht, entschlossen, aber zugleich besonnen. Und wenn es doch einmal brenzlig wird, ist das für ihn offenbar auch kein unlösbares Problem. „Ich mache Kampfsport, zur Selbstverteidigung“, sagte er am Donnerstag.

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