Hochzeitsgesellschaft mit Sturmhaube und Waffen

| Lesedauer: 3 Minuten
S. Geisler und A. Dinger

Nach Schüssen aus fahrenden Autos musste die Leipziger Straße im Feierabendverkehr gesperrt werden

Nach den Schüssen aus einem Hochzeitskorso auf der Leipziger Straße am frühen Dienstagabend sind weitere Details bekannt geworden. Bei der Kontrolle fanden die Beamten nicht nur Schreckschussmunition, sondern auch zwei Baseballschläger, eine Dose Pfefferspray und eine Sturmhaube. Insgesamt überprüfte die Polizei 31 Gäste in zwölf zum Teil hochwertigen Fahrzeugen. Viele Mitglieder der arabischstämmigen Hochzeitsgesellschaft verhielten sich den Angaben zufolge aggressiv, sodass die Polizisten am Abend Verstärkung riefen.

Was war passiert? Die Leipziger Straße musste am Dienstagabend mitten im Feierabendverkehr zwischen Potsdamer Platz und Wilhelmstraße in beiden Richtungen gesperrt werden, nachdem Schüsse aus einem Hochzeitskorso mit etwa 15 Autos gefallen waren. Zeugen hatten die Polizei alarmiert. Neben den abgegebenen Schüssen gefährdeten die Autofahrer auch andere Verkehrsteilnehmer. So sollen die Fahrer laut Zeugen die Wagen mehrfach auf dem Gehweg um die historische Ampel herumgesteuert haben. Einige Meter weiter auf der Leipziger Straße vor dem Einkaufszentrum Mall of Berlin hielten Polizisten den Autokorso dann schließlich an. Dabei soll es laut Einsatzkräften zu verbalen Auseinandersetzungen gekommen sein. Ermittelt wird jetzt wegen Gefährdung des Straßenverkehrs und wegen Schießens in der Öffentlichkeit. Die Leipziger Straße war bis zur Ecke Wilhelmstraße eine Stunde lang gesperrt. Verletzt wurde bei der Aktion niemand. Alle Beteiligten wurden nach den Kontrollen wieder entlassen.

Erst am Dienstag vor einer Woche hatte es einen ähnlichen Polizeieinsatz auf der Lindenstraße in Kreuzberg gegeben. Auch dort fuhr am frühen Abend eine Hochzeitsgesellschaft mit zahlreichen Autos herum und Mitglieder feuerten Schüsse in die Luft. Die Polizei stellte zwei Schreckschusspistolen sicher.

Schüsse aus Autos sind in Berlin kein Einzelfall

Türkisch- und arabischstämmige Hochzeitsgesellschaften kurven häufig mit großen Autokorsos und laut hupend durch die Stadt. Das sei ein regelmäßiges Phänomen im Straßenverkehr, hieß es bei der Polizei. Und es komme auch schon mal vor, dass dabei geschossen werde. Immer wieder werden dadurch große Polizeieinsätze ausgelöst.

Im vergangenen Jahr hatte etwa eine Hochzeitsgesellschaft die Stadtautobahn lahmgelegt. Aus einem Autokonvoi heraus waren Schüsse in die Luft abgegeben worden. Die Beamten nahmen daraufhin die Verfolgung auf und hielten auf der Berliner Stadtautobahn an der Rudolf-Wissell-Brücke einen schwarzen Mercedes an. Das Auto war ebenfalls Teil eines Hochzeitskonvois. Die Polizei fand damals bei einem 16-Jährigen eine Schreckschusswaffe und ermittelte wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz.

Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich auch an der Pohlstraße in Schöneberg. Auch dort waren Schüsse aus einem Auto abgegeben worden. Ähnliche Szenen sind auch vom Metzer Platz in Spandau dokumentiert. Mehrere arabischstämmige Männer hatten auch hier mit einer Schreckschusswaffe in die Luft geschossen. Auch bei diesem Autokorso handelte es sich um eine Feiergesellschaft mit hochwertigen Autos. Bei dieser Kontrolle konnten nicht alle Fahrer einen Führerschein vorweisen.